Schule (mit @Hessi)
Über Lehrer und Postmappen, Hausaufgaben und Zeugnisse
Darum gehts:
In dieser Episode sprechen die Daddies darüber wie man als Vater im Fledermausland Schule zwischen Elternabenden und Postmappen bestehen kann. Sie hinterfragen den Sinn und Unsinn der Schulpflicht und klären, warum Hausaufgaben definitiv Mist sind . Außerdem verraten Sie, wie sie Schule und Arbeitsalltag zusammenbringen und wie die Schule Ihre Kinder verändert hat. Zu Anfang geht es aber um die Abgründe des bayerischen Schulsystems der 90er Jahre und warum Justus seine Kinder seit der Einschulung beim KRAV MAGA anmelden will.
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Shownotes
Hessis Vortrag über den Rechner der Apollo 11 Mission:
https://media.ccc.de/v/34c3-9064-the_ultimate_apollo_guidance_computer_talk/related
Hausaufgaben sind Quatsch! Wissenschaftlich erwiesen...
https://www.fr.de/wissen/hausaufgaben-bringen-nichts-11439186.html
Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch (DER SPIEGEL)
https://m.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hausaufgaben-das-ist-hausfriedensbruch-a-1062094.html
Hausaufgaben sind wirklich Mist !!!!1!!1!
https://m.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hausaufgaben-das-ist-hausfriedensbruch-a-1062094.html
Justus Internat:
https://www.birklehof.de
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Justus Hier sind die Daddies in Distress mit der zweiten Folge der zweiten Staffel. Ich heiße Justus und ich begrüße hiermit auf diesem schönen Kanal den Stefan in Göttingen. Hi Stefan.
Stefan Moin.
Justus Und schönerweise, wir freuen uns sehr, Hessi in München. Grüß dich, Hessi.
Hessi Servus, grüß Gott.
Justus Wir wollen heute sprechen über die Schule, über den Ernst des Lebens, wie alle momentan immer sagen. Passt ja ein bisschen in die Jahreszeit. Wir nehmen das jetzt gerade Ende August auf, hier in Norddeutschland, wo ich wohne, hat die Schule gerade begonnen,
Justus mein erstes Kind eingeschult. Erzählt doch mal, wie ist denn euer Schulstatus?
Justus Fangen wir mal mit dir an, kindermäßig.
Hessi Äh genau, also zwei Kinder bei mir, beides Jungs, und der Größere von den beiden hat jetzt die Erste hinter sich, und da wir in Bayern sind, fängt in zwei Wochen die zweite Klasse und der nächste Ernst des Lebens an.
Hessi Da hat man ein bisschen was. Der Kindergarten, der hat noch zwei Jahre ungefähr.
Stefan Ja, bei uns ist so, der Jüngste, der hat jetzt sein erstes Kindergartenjahr angefangen.
Stefan Die Mittlere ist in dem Vorschuljahr quasi, das wird nächstes Jahr eingeschult, und der Große wie beim Hessi die erste Klasse hinter sich und geht seit einer Woche in die Zweite.
Justus OK, na gut, dann habt ihr mir auf jeden Fall ordentlich was voraus.
Stefan Aber hallo, nicht nur auf.
Justus Ich bin, ich bin gespannt. Wir wollen ja heute über ein paar, paar Dinge reden, die die Schule betreffen. Wir wollen darüber reden, natürlich wie immer in jeder Folge, wie so unsere Schullaufbahn gewesen ist, was wir mit Schule assoziiert haben,
Justus dann wollen wir ein bisschen darüber sprechen, ob wir die Schule überhaupt etwas Gutes finden, die Schulpflicht auch,
Justus wollen über Lehrer sprechen, was da so für Persönlichkeiten gibt,
Justus dann über den alltäglichen Wahnwitz der Elternabende, auch über etwas problematische Themen wie Mobbing,
Justus über Zeugnisse,
Justus über die Frage, wie man überhaupt als Eltern was von der Schule mitkriegt, ob man Hausaufgaben gut findet, ob man dabei helfen soll und so weiter, und natürlich auch ein Stück weit auf das Bild,
Justus wie finden wir eigentlich das deutsche Schulsystem, wie sind da unsere Erfahrungen in Niedersachsen, Bremen, Bayern, und was
Justus könnte man da vielleicht aus unserer Sicht besser machen.
Justus Ja, das ist so das, was wir euch heute auf die Ohren geben wollen. Ich fange mal, bevor wir jetzt in die Themen reingehen, an mit einer kurzen Vorstellung meinerseits. Ich als Justus, Justus Wilhelm, ich bin Redakteur und Reporter hier im Hörfunk bei Radio Bremen.
Stefan Dann mache ich mal weiter. Ich bin Stefan, bin neununddreißig, oh Gott, wohne in Göttingen mit meiner Frau und unseren drei Kindern, ähm, ein großer Junge, ein mittleres Mädchen, ein kleiner Junge.
Stefan Und arbeite als Arzt in der Uniklinik hier in Göttingen.
Hessi Genau, beziehungsweise normalerweise Christian, aber so kennt mich glaube ich keiner,
Hessi sitze hier in der Nähe von München rum, habe zwei Kinder, hatte ich schon erwähnt, und bin in der Raumfahrt tätig, das lassen wir es dabei.
Stefan Hast du schon mal den Alexander Gerst kennengelernt?
Hessi Ja natürlich, habe ich. Ja, mit Handshake.
Stefan Hat er deine Ariane signiert?
Hessi Na leider nicht, das wär was, ja.
Justus Dazu muss man sagen, dass Hessi glaube ich eine Lego-Ariane bei sich im...
Stefan Ach so, nee, ich dachte, du sagst zu seinem Penis Ariane.
Justus Jetzt muss ich schon wieder den Explizit-Marker setzen.
Hessi Okay, aber es ist, ich möchte ganz kurz heute ganz klar stellen, ist eine Lego Saturn V und nicht nur Ariane.
Stefan Ja.
Justus Weiß ja jetzt jeder, dass es die Mondrakete ist. Meine Güte, gab's dafür Berichterstattung drüber letzter Zeit.
Stefan Ja, das ist auch ein Wunder, ist noch bei YouTube. Ja, du hast ja äh dich mit dem Computersystem auseinandergesetzt.
Hessi Ja, ja, ja, Michael und ich, er ist immer noch bei YouTube, Michael und ich haben einen schönen
Stefan Verlinken wir mal, oder?
Hessi Könnt ihr ruhig machen, ja. Ich empfehle ihn auf null Komma sieben fünf Tempo anzuhören, dann macht er auch Sinn.
Hessi Wir mussten uns ein bisschen zusammenreißen, um in die Stunde reinzupassen.
Stefan Wie wird, wie kommt man in, welche, welche schulischen Voraussetzungen braucht man denn, um in die Raumfahrt zu kommen?
Hessi Mein, das hast du schön gemacht. Also bei mir war es wirklich, ich bin super langweilig, was meine eigene Schullaufbahn anbelangt. Ich bin wirklich so, so straight einfach durchgerutscht, so mit der Grundschule, und dann tatsächlich mit,
Hessi ohne Probleme durch die Grundschule und von der Vierten auf den Fünften ins Gymnasium, ähm, was dann tatsächlich in die, Bayern, in Bayern, alles in Bayern.
Stefan Und da mal so, so ganz kurz vielleicht nochmal zu deinem, zu deinem Background. Eltern, dein Vater ist Ingenieur, oder was war das?
Hessi Mein Vater ist Ingenieur, genau.
Hessi Genau, ja, mein Vater ist Ingenieur, aber irgendwie auf dem achten Bildungsweg. Also der hat irgendwie ewig lang gebraucht, bis er am Ende ein Abitur und ein Studium hatte. Also da hat auch irgendwie dann der Bund noch mithelfen müssen, weil,
Hessi beide kommen halt nicht aus einer Familie, aus der es dazugehört hat, Abitur zu machen, ja, sondern da, meine Mutter hat tatsächlich glaub ich nach sechs Jahren Volksschule
Hessi aufgehört und hat nie wieder, also hat da nichts gemacht, und hat dann irgendwann, als ich dann Teenager war, hat sie beschlossen, jetzt will sie ihr Abi nachmachen.
Hessi Und hat das dann auch fast durchgezogen, leider hat sie es nicht bis
Hessi zum Ende durchgehalten, weil sie gesagt hat, OK, sie weiß jetzt genug und es ist echt ein Schmarrn, noch so viele Sprachen lernen zu müssen.
Hessi Aber ja, das war so ein bisschen, so hatte sie ab, hat sie, hatte sie, und hat, und nervt sie immer noch, dass sie das eigentlich nicht gemacht hat. Und ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich deswegen ein bisschen angetrieben haben, wir haben uns glaube ich da ganz gut ergänzt, ich hatte Interesse dran, es hat ganz gut funktioniert, und deswegen,
Hessi ging's ganz gut, beziehungsweise es ging bis zur Fünften gut. Entschuldige, ich muss gleich ins Detail gehen, weil was ich tatsächlich in der Grundschule nie gelernt habe, ist lernen.
Hessi Ja, ich bin da einfach so durchgerutscht. Ich konnte irgendwie ein Jahr vor der Einschulung lesen, ich konnte Mathe, weil es mir irgendwie immer Spaß
Hessi gemacht hat. Ich bin auf unseren ganzen Autofahrten, habe ich immer nur irgendwelche Zahlenketten gerechnet, die mir meine Eltern vorgerechnet haben vorne,
Hessi und der hat bei, bis zur Vierten einfach so mit, mit, es klingt jetzt noch Angeben, aber es war wirklich echt bescheuert, ich habe mit, mit Kurzzeitgedächtnis alles durchgezogen, ja,
Hessi und mein Problem war Heimat- und Sachkunde, weil man da tatsächlich etwas lernen musst, oder mehr Sachen behalten musste und nicht alles irgendwie logisch war.
Hessi Und dann bin ich in die Fünfte und kriegen halt Latein, weil das war halt so, man kriegt halt Latein,
Hessi und steht da und denkt mir so, was ist denn das für ein Scheiß, und hab halt erstmal meinen ersten Sechser geschrieben, ja. Und so ging's halt dann leider weiter, ja,
Hessi und dann habe ich halt echt von der Fünften bis zur Elften habe ich halt durchgehend Latein-Nachhilfe gebraucht, ja. Und der Nachhilfelehrer doch immer gemeint, der ist halt nicht so faul, und würdest du dein Zeug lernen, da würd's doch gehen, ja. Aber es war halt einfach nicht drin, es war halt einfach Mist.
Justus Also weil du einfach nichts getan hast oder weil du.
Hessi Ich hab nichts getan,
Hessi ne, ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich kein Sprachtalent bin, ich meine, ich sprech jetzt relativ gut Englisch und tu mir jetzt gerade mit anderen europäischen Sprachen, die ich jetzt auch so im Arbeitsumfeld brauche,
Hessi es war nicht unbedingt wahnsinnig leicht, aber ich kann schon so aus Sachen aufschnappen und so mitreden, also ich, aber es hat mich wirklich nicht interessiert,
Hessi und ich bin halt jedes, jedes Mal irgendwie nach, nach fünf unregelmäßigen Verben hab ich wieder angefangen etwas anderes zu machen, ja, ein Buch gelesen, ähm
Hessi in den Tag reingeträumt, sonst was, ja, ich habe alles versucht, mich morgens von meinen eigenen vorgelesenen unregelmäßigen Verben wecken zu lassen, ja, auf Kassette aufgenommen, es hat alles nichts geklappt, ich konnte nicht lernen, ich habe dieses Latein nicht in meinen Kopf reinbekommen,
Hessi und dann kam Französisch, dann war's gelaufen, ja, das war genauso.
Justus Aber eine Sache, da bin ich jetzt gerade drüber gestolpert, weil wir auch in unserer letzten Urlaubsfolge drüber geredet haben, was kann man im Auto machen, wenn die Autofahrt zu lang ist, deine Eltern haben dir Zahlenreihen vorgerechnet?
Hessi Ja, mach ich mit meinen auch, also jetzt momentan mit dem Großen, der Kleine tut sich noch ein bisschen schwer, aber irgendwie, an, also jetzt gerade so
Hessi Erstklassenniveau oder Vorerstklassenniveau ist halt irgendwie sechs plus drei mal zwei minus zwei Wurzel,
Hessi plus zwei minus vier Wurzel auch, ja, so, wenn ich, wenn ich mich im Bereich bis fünfundzwanzig bewege, dann kriegt er das mit der Wurzel ganz gut hin.
Justus So, wie, wie alt ist der ja nochmal.
Hessi Du musst halt, du musst auf einer Zahl sein, die er kennt, das er kennt halt die Wurzeln bis fünfundzwanzig auswendig, also bist du bis.
Stefan Der, bayerisches Kind, Justus.
Justus Das war selbstverständlich, der kennt halt die Wurzeln bis fünfundzwanzig auswendig.
Hessi Das macht Spaß, macht Spaß, mir macht Spaß, ja, also schon cool.
Justus Thematiken spielerischer, freudiger Teil des Alltags ist, also wo man es eigentlich auch nicht als Lernen begreift, sondern so etwas, was man gerne macht, letztlich wie Kreuzworträtsel lösen.
Hessi So hab, so haben wir es empfunden, und ich hoffe, ich müsste ihn jetzt fragen, dass mein Sohn es so ähnlich sieht, er verlangt manchmal danach, es ist ihm dann auch manchmal zu viel, aber er verlangt manchmal tatsächlich danach.
Justus Okay, und da hast du das irgendwie getriggert.
Hessi Ich hab angefangen irgendwann, ich habe halt einfach, ich meine, du kennst ja die normalen Interessen, so mit vier, fünf ist halt irgendwie das Interesse an den Mengenverhältnissen da, ja, und dann fängst du irgendwie an, nimmst zwei Äpfel weg, wie viel sind's jetzt noch, schau mal, das ist drei minus zwei.
Hessi Und solche Geschichten, ja, und dann habe ich halt einfach irgendwann mal
Hessi ich habe mich daran erinnert, dass meine Eltern es mit mir gemacht haben, und hab dann einfach mal angefangen und habe wirklich gemerkt, ihm hat es Spaß gemacht, ich habe ihn halt zum richtigen Moment erwischt, klar, du kannst immer einen Moment erwischen, wo er sagt, so lass mich mit dem Schmarrn jetzt in Ruhe,
Hessi aber wenn du ihn im richtigen Moment erwischst, ist er damit Feuer und Flamme und einfach dabei und freut sich auch am Ende, die Zahl richtig zu haben.
Justus Und da hattest du die Sorge, als dein Kind in die Schule gekommen ist, dass er vielleicht diese Freude.
Justus Im Umgang mit Mathe oder auch mit Zahlen, dass er das verliert, dadurch dass es in so eine schulische Struktur gepresst wird und eben nicht mehr so spielerisch,
Justus passiert.
Hessi Eigentlich nicht, ich meine, vielleicht habe ich da zu viel Gottvertrauen gehabt oder hab's immer noch in die Schule, dass ich denke,
Hessi die haben das ja gelernt, wie man mit den Altersklassen umgeht, die werden ja wohl in der Lage sein, das so spielerisch rumzubringen, dass sie das besser machen als ich,
Hessi weil ich bin dann schon irgendwann, dass ich dann teilweise noch was verlange, wo ich irgendwie merke, das Kind kann eigentlich nicht mehr, ja, also da bin ich dann schon glaube ich ein bisschen zu anspruchsvoll,
Hessi und da hatte ich eher das Vertrauen, und ich sag's ganz offen, Spoiler, ich habe das Vertrauen immer noch,
Hessi dass die eher wissen, wann Schluss ist, und dann stehe ich halt eher da und sage mir so, mein Gott, hoffentlich haben die genug Zeit, um ihm alles beizubringen, was er braucht, bis er ins Gymnasium kommt, ja, und hoffentlich haben die genug Zeit, sich mit den einzelnen Kindern zu beschäftigen, bis eben bei zweiundzwanzig Kindern, was wir bei uns in der Klasse sind,
Hessi dass halt jeder nach seinen Fähigkeiten gefördert wird, ja, da hatte ich eher Angst vor, ja, aber nicht dass es.
Justus Du bist rundum zufrieden mit der Schule.
Hessi Ja, äh, Gott, oh Gott, jetzt schon eine Diskussion gehen oder.
Justus Vielleicht, vielleicht müssen wir uns ein bisschen schieben.
Stefan Jetzt erstmal weiter, jetzt das, was mich nochmal kurz interessiert, sofort weiteres, mit wie viel bist du eingeschult worden.
Hessi Ich bin tatsächlich erst mit sieben eingeschult worden, ja, also ich bin [Geburtsjahr unverständlich] geboren, und mit, also gut, ich habe aber auch am, ich habe am zwölften September Geburtstag, das heißt, ich glaube, ich hatte,
Hessi einen Tag nach, ich hatte einen Tag vor der Einschulung Geburtstag oder sowas, aber sie wollten mich halt nicht mit fünf auf sechs einschulen, sondern eher mit sechs auf sieben, von dem her war ich einer der Ältesten und immer der Größte in der Klasse.
Justus Hast du das bedauert später mal.
Hessi Ach nee, also ich meine.
Hessi Über die gesamte Laufbahn, ich meine, ich hab ganz normal, ich bin nicht durchgefallen, ich habe meinen noch G9 gemacht, dreizehn Jahre natürlich, in unserem Alter haben wir es ja alle,
Hessi ich hab verdammt lang studiert, also ich hab alles mitgenommen, was geht, hab dann nach dreizehn Semestern irgendwann beschlossen.
Hessi Und bin halt relativ spät ins Berufsleben eingestiegen, aber es hat trotzdem noch gereicht, dass ich jetzt ganz zufrieden bin da, wo ich bin, also von dem her kann ich nicht behaupten, dass irgendwas falsch gelaufen ist.
Justus Na ja, aber es gibt ja immer diese Debatte, bevor die Kinder in die Schule kommen, die Eltern zerbrechen sich den Kopf drüber, oh, soll es jetzt vielleicht mit fünf schon eingeschult werden oder erst mit sechs, und dann macht man sich Gedanken und denkt sich, ah, könnte das,
Justus bleibende Schäden haben, wenn es zu früh eingeschult wird, oder könnte es vielleicht bleibende Schäden haben, wenn es zu spät eingeschult wird und sich immer als zu groß fühlt und unterfordert ist, und also was
Justus also wir hatten solche Debatten relativ oft sogar, weil's bei unserer Tochter genauso auf der Kippe war, die war genau an so einem Tag,
Justus wo sie entweder in die Schule gehen konnte oder eben nicht.
Hessi Die Kann-Kinder.
Justus Ja, die Kann-Kinder, also, aber sie war genau an diesem allerletzten Tag,
Justus da hatten wir uns dann überlegt, ja, weißt du, halt noch ein Jahr zu Hause bleiben.
Hessi Genau.
Hessi Da habe ich mich aber tatsächlich, äh, haben wir jetzt nicht als Thema, ich habe mich im Kindergarten da tatsächlich gut beraten gefühlt, dass es die beiden Kinder sind im gleichen Kindergarten gewesen und immer noch und
Hessi auch wenn sie die Betreuer gewechselt haben, als andere Gruppen sind, aber die haben wirklich beide das an unterschiedlichen Kriterien festgemacht, wie weit sind sie sprach-
Hessi wie weit sind sie vom Verständnis, was weiß ich, Formverständnis, Mathematikverständnis und sonst was Verständnis, wie weit sind sie im sozialen Bereich, wo sind sie da und da und da, ja,
Hessi und wir waren dann, wir haben uns selber vorab eine Meinung gebildet, meine Frau und ich, und äh sind dann in diese, da gibt's ja dann einen speziellen Termin, zu dem, ich sag mal, man so ein persönliches Gespräch mit dem Betreuer hat, zumindest ist es bei uns so, und dann eben sagt, okay, wie schaut's aus, er wäre ja ein Kann-Kind, soll er nächstes Jahr in die Vorschulklasse, ja oder nein, oder Vorschulgruppe, ja oder nein,
Hessi wir hatten dann unsere Meinung, wurde dann von den Betreuern entsprechend wiedergespiegelt in der gleichen Richtung, sodass wir wirklich eine Drei-zu-null-Entscheidung hatten, okay, wir machen das nicht,
Hessi so, wir lassen beide Kinder jetzt noch ein Jahr länger im Kindergarten, weil wir das Gefühl haben, es tut ihnen gut, ihnen fehlt irgendwie noch, auch wenn sie sprachlich komplett drauf sind, fehlt ihnen irgendwie noch die soziale Komponente, dass sie, sie sind noch zu, zu verspielt, solche Geschichten.
Hessi Da stehe ich auch zu der Entscheidung, beim ersten Kind stehe ich, und momentan die Entscheidung vom zweiten hatten wir jetzt gerade im Juni.
Hessi Zu der stehe ich auch, glaube ich, also je länger ich's angucke, desto mehr finde ich, dass es eine gute Entscheidung war, ja.
Justus Bleiben wir nochmal bei dir und deiner Schullaufbahn, also du bist relativ spät in die Schule gekommen, du hattest offenbar nie ein Problem damit, dann bist du auch was geworden,
Justus Wie ging es denn dann weiter nach der Grundschule, außer dass du das stressige Latein hattest?
Hessi Ja, genau, das ist halt das Problem. Ich meine, ich habe halt wirklich Mathe durchgeflogen, Deutsch keine großen Probleme, Englisch lief halt, weil es hat mich interessiert. Ich war Trekkie und habe grundsätzlich Star Trek auf Englisch angeguckt,
Hessi wenn's irgendwie, wenn ich es irgendwie bekommen konnte,
Hessi und alles was mich nicht interessiert hat, war halt Mist, ja. Und so bin ich halt irgendwie immer so meine guten Fächer, meine Problemfächer hin und her,
Hessi bis ich dann plötzlich in der Kollegstufe – da habt ihr wahrscheinlich andere Systeme – aber in der Kollegstufe festgestellt habe, ok cool, wenn man sich so seine Sachen aussuchen kann in gewisser Weise und halt nicht jetzt plötzlich so, naja, ähm,
Hessi Psychologie und Sport zusammen machen will, sondern irgendwie 'n paar Hauptfächer mit dabei hat und da auch gut drin ist, dann kommt man plötzlich ganz gut klar.
Justus Was ist Kollegstufe, also welche Fächer was dann gibt?
Hessi Genau, das hast du nicht. Also in Bayern – und ich glaube, es gibt noch ein paar andere Bundesländer, die das haben – da wird halt in der zwölften und dreizehnten, oder inzwischen ist es anders, aber ich lasse mich aus meiner Dinge erzählen, weil das kenne ich,
Hessi da wird halt im Prinzip, hast du dann äh vier Prüfungsfächer fürs Abitur,
Hessi also wirklich Fächer, die die am Ende im Abitur geprüft werden als als Schlussprüfung, zwei als.
Justus Leistungskurse.
Hessi Leistungskurs, genau, genau, danke. Leistungskurse, zwei als Grundkurse,
Hessi und eine von den Grundkursen ist eine schöne mündliche Prüfung, und es müssen, glaube ich, es gibt dann irgendwie ganz merkwürdige Kombinationen. Einer von den beiden Leistungskursen muss ein Hauptfach sein, einer von den Grundkursen muss ein Hauptfach sein, es müssen dann irgendwie drei von vier Sachen,
Hessi werden, also irgendwie musikalisch, künstlerisch, sportlich, sonstwas, sprachlich, irgendwas und Mathematik, Naturwissenschaft, muss irgendwie drei von vier das abgedeckt sein, Gott,
Hessi nagel mich auf die Regel nicht fest, und am Ende muss natürlich auch irgendwie noch die
Hessi ganze Stundenkonstellation, die du dir zusammensuchst, auch von der Schule unterstützt werden. Das heißt, wenn du dir jetzt zwei Leistungskurse aussuchst, die zur gleichen Zeit laufen oder der gleichen Schiene laufen, da gibt's dann so Schienen, wo dann irgendwie, damit halt äh die Leute parallel in verschiedene Kurse laufen können, weil es ein bisschen mehr so
Hessi wie ein Studium aufgebaut ist, dass man halt nicht mehr keine feste Klasse hat, sondern von vom Kurs zu Kurs läuft. Dann muss deine Schule auch dein Wunsch unterstützen können, da legen sie sich zwar sehr ins Zeug, aber da kommt halt immer ein, zwei Leute bei einem Jahrgang zu kurz.
Stefan Ja, das ist mein– die Bayern sind die Einzigen, die da total konstant sind, nicht? Ich meine, das ist zum Beispiel auch meine, meine These zu diesem Bildungserfolg von Bayern, das,
Stefan das Schulsystem in Bayern gar nicht so gut ist, sondern dass den einzigen Vorteil, den die da haben, dass die halt seit hundertfünfzig Jahren dieselbe Regierung haben.
Stefan Und die Lehrer sich nicht irgendwie darauf konzentrieren müssen, alle vier Jahre irgendwie neue, neue Sachen umzusetzen, neue Ideen umzusetzen, neue Bildungspläne durch-
Stefan zudrücken und sich halt aufs Unterrichten konzentrieren können.
Justus Dann müssten wir in Bremen aber auch ein super Schulsystem haben, wir haben seit siebzig Jahren SPD-Regierung und ich glaube, das ist das schlechteste Schulsystem Deutschlands.
Stefan Ja, die Bremer sind nicht alle doof, es kann ja auch sein.
Justus Ja, das ist natürlich durchaus möglich, das würde aber dann dagegen sprechen, warum es zum Beispiel nach Bayern die zweitstärkste Wirtschaftskraft hat,
Justus das Bundesland. Naja, wurscht. Stefan, ja, du wolltest du noch was sagen.
Stefan Genau, also dann mit deinen Sprachen hast du da gehadert und sonst gut durchgekommen, und wie war das dann so nach dem Abi bei dir? Wusstest du gleich, wo es hingeht, oder hast du erstmal so ein Gap Year auch gemacht, oder bist du gleich durch auf die Uni?
Hessi Na gut, ich bin ja noch die arme Sau, die noch Zivil- oder Wehrdienst machen musste, ja. Also ich habe sogar, ich hab sogar zwei Versuche gebraucht, bis mein Zivil durchkam. Mein erster wurde nicht akzeptiert, weil ich nicht genug erklärt habe, dass ich kein Blut sehen kann.
Hessi Ich musste noch mal einen längeren Artikel schreiben als den kurzen, den ich geschrieben habe,
Hessi ja, ja, siebenundneunzig, die Zeiten waren damals noch anders. Ja, aber dann halt das Übliche, also halt ein Jahr, ein Jahr lang Zivildienst, oder dreizehn Monate waren's damals, dann irgendwie ein Monat Pause oder was das dann war, das hat sich ganz gut ergeben,
Hessi und dann Studium, und gut, Studium war irgendwie seit ich vierzehn bin klar, weil ich meine, ich hab halt nur Computer gemacht und bin halt sofort zur Informatik gegangen, hab's dann auch bereut, weil ich sofort gemerkt habe, Informatik ist Mathe, und Mathe,
Hessi war bisher einfach, aber Halleluja, wird das anders. Ich bin,
Hessi klar durchgelaufen. Also bei mir war von Anfang an klar, was ich machen werde, und es hat alles im Prinzip genauso geklappt. Mit ein bisschen Glück bin ich nicht durchgefallen wegen Latein, hab's immer auf den Fünfer geschafft und nie auf den Sechser, und hab halt dann am Ende mein Informatik-Diplom abgeschlossen.
Justus Okay, also so durch, eigentlich schon seit du mit deinem Vater Zahlen reingemacht hast, war so klar, wo die Reise hingeht, und den Zug hast du dann auch klar bisschen durchgefahren.
Justus Stefan, wie war es bei dir?
Stefan Genau, also ich komme aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt.
Stefan Hatten wir auch schon mal drüber gesprochen. Mein Vater, der ähm hat Realschule, hat dann Bankkaufmann gelernt, und meine Mutter, wie Hessis Mutter, die war in der Volksschule und ist dann mit vierzehn raus und hat dann beim Wörlein in der Baumschule ähm Bürokauffrau gelernt.
Stefan Und ja, der Stefan, der ist– ich bin am Anfang Juni geboren.
Stefan Und ich bin da mit sechs direkt eingeschult worden, dann im August. Und da immer der Kleinste, der Jüngste, und ich meine, mir hat das nicht gutgetan.
Stefan Ich hab dann, ja, ich hab dann auch eine etwas inkonsistente Schulbahn hingelegt. Also ich werde es mal beim Schnelldurchlauf machen: Also ich hab Grundschule gemacht.
Stefan Dann es nicht aufs Gymnasium geschafft. In Bayern ist ja so, du brauchst ja– ist ja nicht anders Bundesländern, wo die Eltern entscheiden können, wo es hingeht, oder so, sondern es ist ja ganz knallhart, du brauchst in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathe und Heimat- und Sachkunde, glaube ich, 'ne Zwei, ja.
Stefan Und dann, wenn du das hast, dann darfst du aufs Gymnasium gehen. Oder du bist Mädchen, und dann wirst du auf die Realschule geschickt, in Bayern.
Hessi Das meinte er als Witz, aber das ist so.
Stefan Nein, es ist ohne Schmarrn so. Es gibt, ich hab das irgendwo letztens gelesen, dreißig Prozent der Mädchen mit den Noten fürs Gymnasium werden in Bayern auf die Realschule gesteckt, weil die Eltern sagen, du brauchst dich nicht studieren, du kriegst Kinder, und bis dahin.
Hessi Und das ist, also du sagst jetzt, wie es heute ist, ja? Ich meine, ich kann von damals berichten: Von meinem, von unserem gesamten Jahrgang sind sieben Kinder aufs Gymnasium gegangen, und davon waren sechs Jungs.
Hessi Gut genug waren deutlich mehr.
Justus Crazy shit, aber.
Justus Gut, dass es passt jetzt in so ein Bayern-Klischee, mich würde es aber mal interessieren, ob es in Niedersachsen oder Hessen viel anders ist. Also am Ende,
Justus ist es nämlich gar nicht so viel anders, weil diese ganze Gesellschaft tickt so.
Stefan Mir fehlen da jetzt die Zahlen. Ich glaube, dass es in Bayern schon noch einen Tick anders ist. Also zumindest auch in meiner Zeit, ich, wie gesagt, ich bin jetzt einfach schon zu lange raus,
Stefan aber damals war es einfach so, da hat die Realschule noch Gewicht gehabt, ne? Das war einfach so, dass,
Stefan dass du da noch richtig was mit anfangen konntest, ja. Heutzutage brauchst du auch für eine Bankkaufmann-Lehre brauchst du ja auch mittlerweile da Abitur, ja. Damals war der Standard,
Stefan wenn du da irgendwas in Richtung machen wolltest, war halt dann Realschule. Und die Leute, die ihr Handwerk gemacht haben, die waren halt wie gesagt entweder,
Stefan der Realschule, und und diese ganze mittlere Verwaltungsbahn, die war irgendwie dann auch Realschule.
Stefan Und halt nur die Großkopferten sind halt aufs Gymnasium gegangen, und für den Rest hat es gereicht. Und mein, das hat sich jetzt auch geändert, die Hauptschule hat in Bayern auch ziemlich an Ansehen verloren,
Stefan aber die Realschule hat ja noch relativ lange standgehalten. Wie's jetzt aktuell ist, weiß ich nicht, aber,
Stefan dass man mittlerweile auch schon Probleme hatte, Bankkaufmann-Lehrstelle zu kriegen, wenn man Realschulabschluss hatte, aber.
Justus Also das ist ja auch nicht schlecht gefühlt mit der Perspektive Realschule.
Stefan Ne, da musstest du dich noch nicht schlecht fühlen. [Unverständliche Passage.] Disclaimer nochmal: Meine Frau ist Grundschullehrerin, und alles, was ich jetzt hier heute sage, spiegelt nicht die Meinung meiner Frau wider.
Hessi Also gerade nicht, oder was?
Stefan Nicht aus, ne? Genau, also wenn,
Stefan wenn es kann sein, wenn ich irgendwie ein Schmarrn red, dass, dass ich dann so leichte Gurgel- und,
Stefan Würggeräusche von mir gebe, meine Frau hört, glaube ich, nebenher mit und kommt dann rein und greift mir dann von hinten an den Hals.
Stefan Aber das, was ich jetzt hier von mir gebe heute, ist meine Meinung und hat nichts mit der meiner Frau zu tun.
Hessi Stefan, eine Frage, habt ihr noch so eine Grund- und Teilhauptschule gehabt bei euch damals, oder war das anders?
Stefan Ja, ja doch, die erste vier Klasse war immer Grundschule und dann quasi Hauptschule und dann, also du kannst bei uns quasi zum Hauptschulabschluss,
Stefan und vor halt immer die Abzweigung genommen und dann halt nach der vierten aufs Gymnasium und nach der sechsten dann auf die siebte Realschule wechseln.
Hessi Genau, also ich habe, ich kann mich erinnern, dass ganz ganz viele beim, in der vierten gesagt haben, ach, das ist uns jetzt zu stressig, wir lassen das Kind noch ein Jahr lang in der Hauptschule in der fünften mitlaufen und dann schauen wir mal, was das Gymnasium, ich glaube, da gab's noch irgendeinen Ding,
Hessi wenn er theoretisch gut genug war in der vierten, konnte er nach der fünften dann nochmal aufs Gymnasium, und es waren ganz ganz viele, die in sondern die in so ein,
Hessi Topf geschmissen wurden. Interessanterweise hab ich dann in meinem Gymnasium keinen einzigen gesehen, der von der fünften ins Gymnasium gekommen ist. Gut, ich meine, das war auch eine Latein halt, wie hast du das?
Justus Altsprachlich.
Hessi Altsprachlich, genau, das ist es ja. Also vielleicht war es deswegen, aber ich habe da nie einen kennengelernt, da ist noch in Anführungszeichen geschafft hat, von der fünften ins Gymnasium zu gehen.
Stefan Ja gut, es hat auch krass, ne, weil du verlierst dann auch nicht, ja, wenn du gehst ja dann von der fünften in die fünfte rüber und.
Justus Wir gehen jetzt weiter.
Stefan Also wie gesagt, ich hab dann meine Noten nicht gehabt, bin dann weitergegangen auf die Hauptschule und das ist dann auch erstmal 'ne ziemliche Katastrophe, wenn die ganzen Leistungsträger weg sind, ne, da ist er natürlich nicht mehr die.
Stefan Alle hellsten Köpfe, sage ich jetzt mal so ganz vorurteilsfrei, da. Ja, auf jeden Fall hab ich dann fünfte, sechste gemacht, äh, dann ging es an die Realschule, Übertritt, da hab ich ja auch nicht die Noten gehabt, dann musst du deine Aufnahmeprüfung machen für Realschule, die habe ich dann auch gemacht und dann zum Glück auch geschafft.
Stefan Und dann war ich aber nicht so gut in der Realschule und hab dann, wenn du die Aufnahmeprüfung,
Stefan bist du in der Probezeit, und wenn du dann irgendwie im ersten Jahr irgendwie auch nicht richtig Noten bringst,
Stefan dann schmeißen die dich einfach ohne Vorwarnung wieder runter auf die Hauptschule. Auf jeden Fall war ich dann immer so latent davor, wieder zurückzufallen.
Stefan Und hab dann auf Anraten meiner Lehrer dann doch nochmal vorsichtshalber den Hauptschulabschluss dann als Externer wieder mitgemacht.
Stefan Und bin dann in einem Jahr auch prompt in der Realschule sitzen geblieben, in der neunten, und dann bin ich weitergegangen, hab dann mit Ach und Krach
Stefan die zehnte geschafft und hab dann Realschule fertig gemacht.
Stefan Mit auch nicht so einem großartigen Zeugnis, und dann bin ich in die Lehre.
Stefan Angefangen bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank.
Stefan In Herrsching am Ammersee und habt ihr dann auch, hab die halt so gemacht, ne, das war jetzt nicht so mein, mein großes Ding, genau, und habe dann, war dann.
Stefan Neunzehn fertig und hab dann auch erstmal mein, mein Zivi gemacht.
Stefan Dann bin ich von, von Bayern nach Göttingen, bei mir hat das gleich im ersten Rutsch geklappt, ich habe auch gleich,
Stefan Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues zitiert, vielleicht hätte es beim Hessi dann auch beim ersten Mal geklappt.
Stefan Und hab dann hier meinen Zivildienst gemacht und ja, nochmal die Frage, es weitergeht, und bei mir war es halt, das mag vielleicht auch einfach, sozusagen aus einem Elternhaus kommen, wo ich herkomme, das war halt wirklich einfach so, dass
Stefan das halt so, Akademiker, das waren halt immer so, so, so, so Großkopferte, so Leute, so, so Übermenschen, ja, so, so akademische, bildungsmäßige Übermenschen, die waren zu schlau für die Welt, die waren zu schlau für uns, und
Stefan man hatte relativ wenig Kontakt zu Akademikern, zu Doktoren und zu Professoren, und das war, die waren wirklich für uns immer wieder zu einer anderen Welt und.
Justus Wollte man aber nicht haben.
Stefan Wie meinst du?
Justus Im Sinne von, mit dem wollen wir uns jetzt nicht unbedingt abgeben, die sind.
Stefan Nee, nee, man hat halt, man kann halt keine, ne, das war eine wirklich,
Stefan ganz einfache Leute, wenn mein Opa, der war Gartenbauhelfer, meine Oma war Hausfrau, wie gesagt, meine Eltern haben,
Stefan du hattest keinen Kontakt zu Akademikern und Ärzten, Doktoren und Professoren, es war Wahnsinn, das waren wirklich wie so Halbgötter, die da so rumgelaufen sind, es waren
Stefan andere Menschen, die waren unerreichbar, und für mich waren Abiturienten immer, war für mich unvorstellbar, so was zu erreichen.
Justus Jetzt bist du trotzdem Nuklearmediziner geworden, aber ja nicht mit, nicht mit deiner Bankkauflehre.
Stefan Ja, und bei mir war halt einfach das Glück, dass einfach meine Frau, die halt eben auch nur so,
Stefan Eltern, Akademikerhaushalt, und da raus, und halt alles straight durch und so, und dann habe ich so, weitergemacht, gemacht, dann dein Abi nach, und ich so, spinnst du!
Stefan Du, so schlau wie du, kannst doch gar nicht sein,
Stefan gerade in dem Abi-Jahrgang, also sie hat in, im Jahr gemacht, wo ich das gemacht habe,
Stefan und da habe ich halt den ganzen Abi-Jahrgang mitgeschickt, nachher gesehen, was da zum Teil für, für Pfeifen da auch mit drin waren, und so, und dann hat er dieses Bild zu dieser, dieser Übermenschen irgendwie so ein bisschen gelitten,
Stefan als ich mit denen gesoffen hab und so, nach der, vielleicht geht es doch.
Stefan Und hab dann beschlossen, Abi nachzumachen, und dann sind wir zusammen nach, nach Heidelberg, und ähm, ich hab dann, meine Frau dann da Grundschullehramt studiert und ich hab dann da ein Kolleg,
Stefan also es ist eine normale, normales Gymnasium, die halt eben so eine Klasse hatten für so Nachzügler wie mich.
Stefan wo du halt eben sozusagen einfach so eine Erwachsenenbildungsklasse, aber wie gesagt, in einem normalen Gymnasium, da war man auch ganz viele Kurse mit den normalen Schülern zusammen gehabt, und dann hat man drei Jahren die Oberstufe gemacht, hab da mein Abi nachgemacht.
Justus Aber was ich mich das spontan frage ist, wenn du offenbar Probleme schon, auch sogar in der Hauptschule hattest,
Justus dann aber dieses Abi geschafft hast,
Justus ist es denn dann tatsächlich so, dass die Schulen offenbar gleich schwer sind und dass tatsächlich nur eine Frage von sozialer Auslese ist, weil du warst ja offenbar trotzdem dazu in der Lage, wie konntest du auf der Hauptschule so schlecht sein, wenn du dann später im Abi.
Stefan Na gut, das, das, das Ding ist, er ist ja Folgendes, also ich denke, bei mir waren, war ein Problem, dass ich zu früh eingeschult wurde, ja, ich war einfach,
Stefan wie gesagt, immer der Kleinste, immer der Jüngste, es gab dann andere.
Stefan So, wie sie sind halt rein, die konnten schon rechnen, die konnten zum Teil schon lesen und so, ne, und ich war einfach auch jemand, der sich immer sehr gerne verglichen hat.
Stefan Und als Sechsjähriger Pimpf, ne, kriegst du es ja gar nicht mit, welche Voraussetzungen die anderen mitkriegen, und ich habe halt quasi von Anfang an,
Stefan gehabt, sozusagen, ich bin, bin zu doof, ja, die anderen können schon alle und ich bin nicht schnell genug und ich kann das nicht gut genug und.
Stefan Ihr habt es, hat überhaupt nicht auf dem, auf dem Plan gehabt, dass die einfach schon, schon tierischen Vorsprung hatten, und war einfach da immer unter Druck und halt.
Stefan Da kam auch kein Erwachsener und der gesagt hat, jetzt hör mal zu und du machst das super und die anderen sind halt so und so.
Stefan Und du machst das, ist alles gut, sondern das wird halt auch relativ schnell suggeriert, hat auch immer, über das relativ strenge Notensystem in Bayern, dass du einfach doof bist und,
Stefan dann manifestiert sich das halt in dir und.
Stefan Dann kriegst du halt einfach so das Gefühl, okay, ich bin halt einfach zu doof, dann schaltest du ab und dann bist du halt eben raus, ne, dann guckst du dir bestimmte Aufgaben gar nicht mehr richtig an, weil du halt eben weißt, okay, ich kriege das eh nicht hin, ich bin zu doof.
Justus Also das soziale Umfeld, dass das letztlich auffangen muss, die Eltern, die sagen, hey, du schaffst es doch, die dich auch pushen und pullen, also mitziehen letztlich durch so ein Mist,
Justus das ist ja letztlich das, was deine Frau dann ja offenbar übernommen hat, ne, die hat ja dann diese Rolle,
Justus der Motivation und des Mitnehmens, ist das Sagen, du kannst das, schaffst das, letztlich
Justus sich da erstmal hinzustellen und tatsächlich die Dinge zu tun, das scheint ja
Justus für dich ein Glücksfall gewesen zu sein, dann letztlich in so einen sozialen Kontext, in dem du dich reinverknallt hattest, gekommen zu sein.
Stefan Ja, auf alle Fälle. Und bis zum Beispiel auch krass, ne, ich mein, ich hatte zum Beispiel eine Realschule, hat ich hab 'ne, 'ne Chemielehrerin, ich weiß nicht wie hieß, aber das hat ja auch bei uns Sexualkundeunterricht gemacht.
Stefan Und ich weiß noch ganz genau, wie die zu uns mal irgendwie gesagt hat, Buam, hört's zu, wenn ihr euch verliebt, schaut's, dass ihr eine aus der Realschule abkriegt, so, mit so einer vom Gymnasium, mit der wärt's ja nicht glücklich.
Stefan Die verdient später mehr als ihr, die weiß mehr als ihr und so, das, das ist nicht gut, also schaut eher, dass eine von der, von der Hauptschule nehmt's.
Stefan Und das ist schon krass, also es waren halt noch echt andere Zeiten, aber wie gesagt, ich denke auch, dass es auch ein Grund ist, warum fast achtzig Prozent von von Akademikerkindern selber aufs Gymnasium gehen, im Vergleich zu Nichtakademikern, wo glaube ich irgendwie zwanzig Prozent der Kinder hingehen,
Stefan weil einfach da das Elternhaus halt eben sagt, so, ja, das mag vielleicht aktuell nicht so gut laufen,
Stefan aber wir wissen, dass du das, dass du das kannst, und dann dementsprechend auch motivieren oder halt eben einfach dann schauen, dass irgendwie Nachhilfe stattfindet.
Stefan Pipapo. Also ich denke, dass es schon auch zum großen Teil daran,
Stefan einfach dass wir in Deutschland da noch so eine Bildungsungleichheit haben.
Hessi Das heißt, du bringst eine Drei oder Vier nach Hause und es wird nicht irgendwie gesagt, okay, was können wir machen, sondern hast du gut gemacht, Junge, oder prima, das reicht.
Stefan Genau, also ich habe halt Fünfen und Sechsen mit heimgebracht und dann hieß es halt von Eltern, wenn es jetzt noch so weitergeht, dann
Stefan dann war's das hier auf der Realschule, und dann habe ich ein bisschen mehr gelernt und dann habe ich eine Drei geschrieben und dann waren alle glücklich.
Stefan Ja, und dann später war es einfach so, wie gesagt, dann äh, als dann die Hauptschule da, weil das ist natürlich einfach krass nicht, weil einfach wieder mit, mit,
Stefan Leute befreundet, die halt einfach dann zum Gymnasium gingen und dann einfach weg waren, die waren komplett weg, weil das Gymnasium damals in Dießen, wo ich herkomme, da gab's kein Gymnasium, es gibt zwar eins, ähm, die sind halt dann nach Sankt Ottilien oder nach Weilheim gefahren und,
Stefan die haben halt dann einfach nicht mehr gesehen, und dann ist es halt wie gesagt in der neuen Struktur und,
Stefan dann hatte ich einfach auch Pech, damals bin ich halt dann ein bisschen aufgegangen, wie so ein kleiner Hefekloß, und,
Stefan außerdem weil bei mir immer das Problem, dass ich aus einer speziellen Familie kam,
Stefan wo der Opa einer der wenigen Sozialdemokraten in einem tief schwarzen bayerischen Ort war und man dann da schon allein mit seinem Namen eine Persona non grata darstellte, ähm, sodass da einfach,
Stefan dass ich da dann ab fünfte Klasse immer echt Mobbingopfer war und,
Justus was ist eigentlich der perfekte Außenseiter.
Stefan der perfekte Außenseiter, und dann ist es halt so, dass du, wenn er, denn wenn du halt eben dann in den Stunden sitzt und weißt, du kriegst halt in den nächsten Pause den Arsch aufgerissen, dann kannst du dich nicht auf den Unterricht konzentrieren, sondern bist die ganze Zeit nur am Überlegen, wie überstehe ich die nächste Schulpause,
Stefan und und dann leiden natürlich dann die Noten drunter.
Hessi Aber jetzt im Moment, Moment, Moment, Moment, die Schüler haben sich über die politische Laufbahn und politische Historie der Eltern so informiert, dass ihr das wusstet?
Stefan Na ja, es ist halt ein relativ kleiner Ort und du bist halt einfach, du, das war mir,
Hessi Ich kenn diesen, ich meine, ich kenn diesen, aber,
Stefan Ja, also es ist halt, ja, das ist halt, das war, jetzt ist es auch anders, jetzt wo die ganzen Münchner reinziehen und so, hat sich das zum Glück auch aufgelöst, aber damals war es einfach noch so, mein Opa, wie gesagt, das war,
Hessi das ist aber glaube ich genau der Unterschied, weil ich meine, ich komme ja aus, ja, das ist halt schon
Hessi zwanzig Kilometer, fünfzehn Kilometer Nähe an München dran, ich war halt damals schon im S-Bahn-Bereich, ich war halt damals schon im Bereich von denen, wo halt die Siemensianer und die BMWler waren, das heißt bei uns war halt schon viel mehr Akademiker, viel mehr Zugezogene, ja,
Hessi das war anders, definitiv, und auch ich war weg dann, ich meine, ich bin, hab auch versucht nach St. Ottilien zu kommen, da bin ich aber nicht hingekommen, weil ich nicht ins Tagesdings wollte, in die Tagespflege oder wie das heißt,
Hessi und deswegen,
Hessi das gab's noch anders, ich hab vergessen, wie es hieß, aber egal, ich war dann auch in Germering, das war was anderes, und entsprechend hab ich nie wieder jemanden von meinen damaligen Nicht-Gymnasiasten gesehen, in Steinebach oder Wörthsee, aber trotzdem,
Hessi sag ich mal, war das jetzt nicht so eine eingeschworene Gemeinschaft, die du, sie jetzt gerade in Dießen erlebt hast, Wahnsinn.
Stefan Ja, ich meine, ich hab das auch nur so viel im Nachhinein mitbekommen, ich weiß nicht,
Stefan natürlich gefragt so, ich bin, ich bin zu kein Kindergeburtstag eingeladen worden,
Stefan irgendwie, ne, wenn man sich da mal mit Kindern aus anderen Dorfteilen verabredet, habe ich ab und zu mal gemacht, das hat dann zum Teil auch damit geendet, dass ich auf einem Baum saß und dann von mehreren Kindern mit Steinen beworfen wurde und so, und als Kind irgendwie,
Stefan hast du es nicht so drauf, aber wo mir das klar wurde, das war, als ich meine Frau kennengelernt habe, da waren wir sechzehn, beide haben die Eltern mit denen Urlaub gemacht bei uns,
Stefan und da waren, ihre Eltern waren bei so einem alten CSUler in der Ferienwohnung, und haben die, die Mutter halt irgendwie ja, und meine Tochter hat dann kennengelernt und,
Stefan finden sie ganz super, und der fährt jetzt auch nochmal eine Woche mit zu uns und so, und dann meint er, wie heißt denn, ja, und dann hat sie hat den, den Familienname genannt,
Stefan und da hat er gesagt, ach du Scheiße, dass du, es ist 'ne Asoziale, das können Sie nicht zulassen, dass ihre Tochter mit dir was, und
Stefan durch solche Sachen ist mir das dann erst aufgekommen, was da im Hintergrund eigentlich los war, also wirklich auch erst Jahre später, aber als Kind greift,
Justus das klingt ja nach einem einzigen Spießrutenlauf, Schullaufbahn.
Stefan Ja, aber ich meine,
Justus ich sitze hier total bleich vor meinem Rechner, mach mir ein Bier nach dem anderen.
Stefan Das waren halt noch andere Zeiten, ich meine, schau dir mal an, meine Großeltern, väterlicherseits, sind Flüchtlinge, ja, meine Oma ist aus,
Stefan ja, genau, meine Oma ist aus Polen, mein, mein, mein, mein Opa ist aus Brünn, der war am Brünner Todesmarsch,
Stefan wir sind reingekriegt, gekommen, die sind dann damals reingestopft worden in diese, in diese Familien, also die, ne, du musst da, da zwangs, wurden ja zwangs zugeteilt und welche Wohnungen,
Stefan die wurden wie der letzte Dreck behandelt, die Flüchtlinge, das war heute, jetzt wenn du im Osten da irgendwo aus dem Kongo geflohen bist,
Stefan du wurdest mit den gleichen Adjektiven, mit den gleichen Vorurteilen, wurde dir begegnet, und dann ist halt einfach das noch so ein rotes Arschloch,
Stefan das war damals so, da waren zwanzig von der CSU und zwei SPDler und mein Opa war einer davon, mein Opa war auch ein kein angenehmer Diskussionspartner und,
Stefan so kommt halt alles zusammen und das hat halt einfach dazu geführt, dass du da schon mit einer gewissen Hypothek in deinem Leben gestartet.
Stefan Aber, er weiß, ich nochmal abschließend sagen wollte, im Gegensatz zu Hessi habe ich mit dem großen Latinum mein Abitur abgeschlossen,
Stefan Latein als Leistungskurs gehabt und hab da auch mein schriftliches Abitur geschrieben.
Hessi Aber das, warte mal, das war in Göttingen oder?
Stefan Nee, das war in Mannheim, in Baden-Württemberg.
Justus Was auch nicht, also haben wir auch Zentralabitur, weil ich habe ja auch in Baden-Württemberg Abitur gemacht.
Stefan Wir haben gerade alle ein Qualitätsabitur.
Justus Na, ich glaube, ich ja, ich hatte überhaupt von von allen hier die härteste Schule, ne, weil Bayern ist ja ein Kindergarten gegen Österreich, wo ich nämlich zur Schule gegangen bin.
Justus Und zwar eine ganze, ganze Weile. Das lag daran,
Justus dass meine Eltern ja aus Berlin kommen, die haben sich da kennengelernt in Berlin in den Siebzigern, da bin ich auf die Welt gekommen und bin in Westberlin die ersten drei,
Justus Schuljahre zur Schule gegangen, auf die Grundschule am Ritterfelddamm, das war damals die größte Schule Deutschlands mit tausenddreihundertsiebzig Schülern. Als ich eingeschult wurde, gab es die Klasse 1a bis 1h wie Heinrich.
Justus Und ich war glaube ich in der 1... oder irgend... also irgendwas, wir haben inzwischen vergessen.
Justus Und die Grundschule am Ritterfeld dann war sehr, sehr groß, aber ich habe mich da eigentlich wohl gefühlt, obwohl immer geredet wurde, dass in dem Wald, der darum war, Pädophile wohnen würden und
Justus tollwütige Füchse. Das war mein Schulweg,
Justus durch den Wald mit dem Pädophilen und den tollwütigen Füchsen. Ich wusste beides nicht, was es ist. Und dann
Justus zogen meine Eltern aus beruflichen Gründen nach Graz, Österreich. Da kam ich dann in die vierte Klasse.
Justus Das war vollkommen anders, da hing ein Kreuz im Klassenzimmer
Justus und man musste aufstehen am Anfang und es gab einen katholischen Religionsunterricht, der wurde von einem Mensch geführt, der sah aus wie,
Justus Gollum ungefähr und war das gruseligste Wesen, was ich je gesehen hatte. Und ich habe mich da sehr, sehr komisch gefühlt, vor allen Dingen war ich der Piefke, der Deutsche, und alle mochten mich nicht, weil ich so eine komische Sprache gesprochen habe. Insofern,
Justus ich, ich fühle mich gerade so ein bisschen von dem, was du erzählst, Stefan, an meine Schulzeit erinnert, also zumindest an diese österreichische Zeit, nicht weil ich die gleichen Erfahrungen gemacht habe, aber weil dieses, dieses an der Seite stehen, sich,
Justus da am Anfang für mich in Österreich genauso angefühlt hat. Aber großer Unterschied, meine Eltern haben großen Wert darauf gelegt, dass ich
Justus aufs Gymnasium gehe. Und das ist in Österreich echt nochmal ganz andere Geschichte als als es in Deutschland ist, vielleicht zu vergleichen mit Bayern. Also da gehen tatsächlich so zehn Prozent der Leute aufs Gymnasium,
Justus das ist so was, was richtig elitär ist. Da musst du natürlich auch die entsprechende Leistung erbringen. Also du darfst,
Justus drei haben, dann bist du schon vollkommen raus. Und ich glaube, auch nur eine Zwei und der Rest muss irgendwie Eins sein und,
Justus das war glaube ich mit eine der krassesten Drucksituationen, in der ich mich je in meinem Leben gefühlt hatte. Das weiß ich noch, da so Ende der vierten Klasse, weil es meine Eltern auch dargestellt haben, dass das total wichtig ist. Auf der anderen Seite wollten sie mich,
Justus sie waren so selber Gefangene dieser Situation. Sie wollten nicht unbedingt, dass ich da hingehe, haben mich angetrieben und gleichzeitig wollten sie mich aber auch nicht total pushen und unter Druck setzen.
Justus Hat irgendwie unterm, am, hat dann funktioniert. Und in Österreich kommt man dann, wenn man aufs Gymnasium kommt, wieder in die erste Klasse. Also wenn du der fünften Klasse bist, bist du wieder in der ersten Klasse, bist wieder zurückgestuft.
Justus Und die hatten damals schon G8 und dementsprechend war
Justus da auch das Tempo und das war, oder wurde wirklich durchgerockt. Und ich habe das ab-, das mitgemacht so bis zur fünften Klasse, also das war dann die fünfte, ist dann die neunte dementsprechend wie hier. Und da
Justus hab ich dann die Leistung quasi verweigert und
Justus und hatte eine Fünf. Und wenn du eine Fünf hast in Österreich, wirst du nicht versetzt. Das ist
Justus Ausschlusskriterium, geht nicht. Und zwar in Französisch und Latein war ich auch nicht gut, leider.
Justus Das hatte mir dann das Genick gebrochen und
Justus dann fragten mich meine Eltern, ob ich nicht wieder zurück nach Deutschland gehen wollen würde, und zwar auf ein Internat, wo meine Großmutter auch schon war und also teilweise andere Mitglieder der Familie.
Justus Und zwar der Birklehof im Schwarzwald in Baden-Württemberg, sehr schönes kleines Internat, reformpädagogisch angehaucht, sehr, sehr liberal.
Justus Und da bin ich dann hingegangen und hab die,
Justus beste Zeit meines Lebens verbracht, möchte ich fast sagen, also zumindest die, meine, meine, meine,
Justus meine Schullebenszeit, weil da hab ich super Freunde gefunden,
Justus wir haben uns da als etwas anarchistisch linke Antimenschen gefühlt, die aber da gleichzeitig
Justus sich sehr engagiert haben für diesen Schulalltag, den man selber mitgestalten konnte.
Justus Ein eigenes Schulparlament und was nicht alles und eine freiwillige Feuerwehr, in der wir waren. Das war für mich,
Justus die die sinnvollste Zeit, es hat niemals hat die Schule so sinnvoll angefühlt, auch wenn ich ganz selten in die Schule gegangen bin. Aber das ganze Drumherumleben hat halt super Bock gemacht. Und so bin ich dann zum Baden-Württemberger Abitur gekommen.
Justus Das war jetzt mein, meine kurze Zusammenfassung meiner Schulzeit, ja. Also,
Stefan da haben wir einiges beieinander.
Justus Also nicht so wie der Hessi, der auf die eine Schule geht und dadurch, also bei mir wurde es was, immer ziemlich hoch und runter,
Justus und am Ende war es dann das Internat.
Justus Und letztlich sind eigentlich auch nur Leute aus dem Internat, die irgendwie mal ein Problem in ihrer Biografie hatten. Das ist schon, das ist schon.
Stefan Ich weiß nicht, wir hatten in, am Ammersee in Schondorf,
Stefan nah, das relativ bekannt, Landheim in Schondorf.
Stefan Ein Kumpel von mir hat da Zivi gemacht. Und der Großteil wird da aufs Internat gesteckt, weil die es halt in einer normalen Schule nicht schaffen würden, wo die Eltern einfach Kohle haben,
Stefan aber die Kinder einfach sozusagen so vielleicht nicht hinkriegen würden.
Stefan So, die die halt eben so von den Eltern aus Erziehungsgründen ins Internat gesteckt wurden, weil es ja sozusagen der Persönlichkeitsentwicklung dient, weil die Eltern vielleicht selber schon im Internat waren, und dann halt irgendwelche Ausländer, die dann ihre Kinder dahin stecken, in ein gutes deutsches Internat, um ihnen da,
Stefan internationaler zu vernetzen.
Stefan Und bei denen war es halt irgendwie so, dass das wohl öfter vorkam, dass halt einer von diesen Schülern, die halt irgendwie vielleicht nicht die geistige Fähigkeit hätten, ein Abitur zu schreiben, die haben halt irgendwie Scheiße gebaut und dann wurden die quasi von der Schule geworfen und dann musste der die nach Hause fahren.
Stefan Also zu den Eltern und wieder abliefern.
Stefan Und dann kam er an und dann hieß es, ja, warten Sie mal, wollen Sie irgendwas trinken? Ich, ich komme gleich wieder auf Sie zu. Und dann saß er mit dem Auto und hat da sein Kaffee getrunken oder Cola.
Stefan Eine Stunde oder auch ein bisschen länger gedauert und dann hat er den Schüler wieder
Stefan ins Auto gesetzt bekommen, mit einem Briefumschlag. Und am nächsten Tag dieses Jahr, die Familie von dem So-und-so hat dankenswerterweise so und so viel tausend Euro gespendet und die Schule möchte sich ganz herzlich bedanken.
Justus Also das klingt irgendwie nach sehr mauschligen Sachen. Kenne ich von meiner Schule.
Justus Nein. Weiß nicht, was ihr da gemacht habt. Ist der Hessi eigentlich noch da?
Hessi Ich bin auch da und höre fasziniert zu. Ich bin irgendwie,
Hessi aus so einem blauäugigen, alles ist wunderbar, alles geht seinen normalen Gang Welt. Ich äh,
Hessi ich kann mich hier nur zurücklehnen und kann sagen, oh mein Gott, hab ich's einfach gehabt. Und wo sind meine Privilegien, also ich weiß, wo sie sind, aber wow.
Justus Wollen wir mal in die Themen reingehen?
Stefan Bildungsgerechtigkeit im Schulsystem ist, ich denke bei uns sieht man schon ganz gut, dass es auch darauf ankommt, so wo man herkommt, ne. Das ist irgendwie nicht so, ist, dass nur die Klugen aufs Gymnasium gehen, sondern das einfach da ganz viel Potenzial irgendwie auf der Strecke bleibt.
Justus Definitiv, ja. Also gerade das kann ich auch vom Internat bestätigen. So sehr ich das schätze und so sehr ich diese,
Justus diesen Ort geliebt habe, muss ich schon sagen, dass es dann natürlich einige Kandidaten gab, die von reichen Eltern hingeschickt wurden, weil,
Justus die Kinder es nicht hingekriegt haben, irgendwie im normalen System, und damit die dann irgendwie
Justus noch zu einem Abitur kommen, wurden die dann dahin geschickt.
Justus Das sind aber dann die Leute, die es auch da in der Regel nicht geschafft haben und rausgeflogen sind, weil sie Scheiße gebaut haben, weil sie irgendwie zu viel gekifft haben nur, oder was einfach wirklich Menschen waren, die
Justus zerbrochen sind an den Ansprüchen ihrer Eltern. Vielleicht sollte jemand einfach manchmal nur,
Justus was heißt nur, vielleicht sollte jemand halt Zimmermann werden und ist dafür begabt. Aber wenn du dann halt willst als Eltern,
Justus dass die Kinder McKinsey sonst was für ein Mensch werden,
Justus dann passt da halt Persönlichkeit des Kindes und Anspruch der Eltern nicht zusammen und da kommen dann echt manchmal so Zombie-Biographien bei raus, die dann auch total nach hinten losgehen.
Justus Davon hatte ich so ein paar gesehen, die waren dann aber auch nicht lange bei uns.
Hessi Hast du wahrscheinlich jetzt aus dem Internat nochmal eine ganz andere
Hessi ja ganz andere Rollen gesehen. Ich habe jetzt gerade, als du das angefangen hast zu erzählen, habe ich jetzt so überlegt, wir haben ja bei uns im Ort in Germering zwei Gymnasien, die man,
Hessi nicht mal eins, und haben sich dann eben getrennt, weil es irgendwie eins der größten quasi in Bayerns war, und da haben sie eine Zweigstelle aufgemacht,
Hessi und als ich da war, damals natürlich auf Max-Born, weil man war auf dem Max-Born, da war dann das CSG, also das äh,
Hessi verdammt, wofür steht CSG? Karl-Spitzweg, genau. Das Karl-Spitzweg-Gymnasium war halt dann das Einfache. Ja, da ist man hingegangen, wenn man es auf dem Max-Born nicht geschafft hat.
Hessi Und ich hatte auch tatsächlich dann drei oder vier bei mir in der Klasse, die halt dann echt gescheitert sind und dann ans CSG gegangen sind und dann dort irgendwie Abi gemacht.
Hessi Natürlich hat man sich damals leicht getan, hat man sich wohlgefühlt in diesem Statement, so ja äh, die da drüben, da drüben kriegst ja das Abi nachgeschmissen, während hier ist es so schwierig.
Hessi Und dann gab's halt irgendwie so Sachen, für, ja, die Lehrer, die helfen dir dann schon, und die geben dir vor, was
Hessi Sachen, sondern die mögliche Prüfung da drüben ist sie total simpel,
Hessi ich hab noch eine Freundin aus dem CSG gehabt, ja, die auch selber das so widergespiegelt hat. Also ich habe mich in 'nem ganz ganz kleinen Rahmen habe ich mich so wieder, oder hab ich das so wiedergefunden, was Stefan vorhin erzählt hat, wie auf der Realschule erklärt wird, ja, ihr seid
Hessi nicht gut genug, oder die da drüben sind ja die Elitären. So ähnlich war das hier zwischen unseren beiden Gymnasien,
Hessi und das kann ja eigentlich nicht sein. Sagen wir mal ganz ehrlich, wenn man da jetzt mal objektiv versucht drauf zu schauen, es kann nicht sein, dass in Bayern am Ende des Abi so viel einfacher ist, weil es ist halt ein unbekanntes zentrales Abi,
Hessi das heißt, irgendwas muss es gewesen sein. Ist es die, die, die andere Betreuung, die dann dort besser stattgefunden hat, wo die Lehrer sich mehr Mühe gegeben haben, aber was halt dann als elitär verkauft wurde. Bei uns musste es halt auch so schaffen, ohne dass der Lehrer die Händchen
Hessi ist es irgendwie einfach nur,
Hessi sind halt genau die, die mit den Lehrern nicht zurechtgekommen sind, da drüben halt dann 'ne Chance hatten, neu anzufangen und aus ihrer Rolle rauszuhüpfen. Das ist das, was ich momentan so als Arbeitshypothese habe,
Hessi dass die eine Chance gehabt haben, aus ihrer Rolle rauszukommen, aus ihrer Loser-Rolle und sich dort drüben in Anführungszeichen neu zu erfinden in der neuen Rolle.
Justus Ich glaube, dass da absolut was dran.
Hessi Da spricht jetzt was, was du sagst, spricht ein bisschen dagegen, aber gut, wahrscheinlich gibt's halt dann die,
Hessi die dann auch, sage ich mal, ich bin, nicht gewillt sind, eine neue Rolle zu spielen, sondern sich halt einfach in ihrer, in ihrer,
Hessi wohlfühlen, in ihrem, in ihrem Loser- oder, Loser, entschuldigung, das ist schon ein falsches Wort, aber in ihrem, in ihrer Selbstidentifikation wohlfühlen, ja.
Justus Nein, also ich bin, ich persönlich kann das für mich, deine These total unterstreichen, weil es meiner Erfahrung entspricht. Ich war letztlich in Österreich in einem System,
Justus überhaupt nicht zu mir passte, ich musste da nach bestimmten Maßstäben funktionieren, in denen ich kaputt gegangen bin als Mensch, und ich bin dann
Justus in ein viel liberaleres System reingekommen,
Justus was, mit liberal meine ich nicht, dass da alles scheißegal war, ne, da gab's auch Regeln, teilweise krasse Regeln, da wurde auch sehr stark auf Leistung geachtet, da wurde auch, auch im Sport und, also was, wenn es darum ging,
Justus bestimmte Sachen zu gewinnen, wenn es aber auch darum ging, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und all das.
Justus Konnte ich, aber plötzlich hatte ich so ein Gefühl von, ich kann der sein, der ich bin, und das hat mich enorm
Justus empowered, auch mir Mühe zu geben und
Justus Sinn in all dem zu sehen, was ich mache, und
Justus insofern glaube ich schon, dass es sehr sehr wichtig ist, in welchem System man unterm Strich groß wird, und für den, für den einen passt halt das, für den einen passt ein klassischer [Schulbegriff unverständlich], für andere passen vielleicht so
Justus Waldorfschulen auch, wovon ich
Justus jetzt in Klammern eigentlich nicht viel halte, Klammer zu, aber für manche mag das sinnvoll sein,
Justus und für andere ist vielleicht ein klassisch humanistisches Gymnasium mit Altgriechisch und Latein, was übrigens auch beides hatte,
Justus und gerne gemacht habe, das Richtige. Andere brauchen eine Musikschule, andere brauchen vielleicht
Justus einen krassen Fokus auf Wirtschaft und kommen, kommen dazu sich, wenn, wenn du da halt so überhaupt nicht drin bist, dann passiert halt sowas wie, wie es dir passiert ist, Stefan,
Justus dass du so vollkommen ja letztlich sozial degradierst auch und dich wie der letzte Arsch fühlst und gar nicht weißt, was eigentlich los ist und woran es auch liegt,
Justus weil das kannst du ja als Kind überhaupt nicht durchdringen.
Stefan Ja, also ich meine, das fängt schon damit an, ne, ich meine, das hängt total viel am Lehrer, und dann gibt's ja auch genug Untersuchung dazu, es
Stefan kommt weniger auf die Schulform drauf an, ob deine Schullaufbahn gelingt, ähm, der wichtigste ausschlag– ausschlaggebende Faktor ist, ist der Lehrer, ob du mit dem klarkommst oder eben nicht,
Stefan und da ist halt mein Schulwechsel gut, oder halt eben auch wie gesagt einfach mal woanders hingehen,
Stefan da nicht mit irgendwelchen Leuten zusammensein, mit denen du schon irgendwie den, im Sandkasten gespielt hast, und auch einfach nur mal andere Aspekte an dir äh kennenlernen, natürlich nochmal einen anderen Licht ziehen, auch von anderen Leuten äh anders gesehen werden, und da dann
Stefan vielleicht einfach solchen Mechanismen entgegenzuwirken, die sich da eingeschlichen haben, und.
Justus Und wenn du, Hessi, an dem, an, an dem, an dem Gymnasium warst, wo man halt eben war, dann haben die natürlich auch, ihr habt ja eure eigenen Erzählungen von sich selbst gehabt, Leistung, das ist schwierig,
Justus und unterm Strich mussten ja alle das Gleiche abliefern, machen, oder, also auch, auch die Nachbarschule, alle.
Hessi Ganz genau, es war in der Nachbarschule genau das gleiche Abi, werden sogar bei diesem, bei diesen etwas Fächern, also sei es jetzt Musik oder Sport, so, grad die beiden waren, Kunst, die drei,
Hessi da gab's kombinierte Abi-Leistungskurs, ja, da hat man sich dann die, die, die, die Kurse geteilt, und die haben halt einmal an der Schule, einmal an der Schule stattgefunden. Das waren so die
Hessi zehn Leute aus dem Jahrgang, die auch ein bisschen was von der anderen Schule mitbekommen haben, ja, und ja, das waren genau das gleiche Abitur, und ja, die haben auch gesagt, da drüben ist es
Hessi irgendwie schon anders. Sie konnten es aber alle damals nicht so richtig erklären, was da drüben anders war. Meine Freundin, dadurch habe ich ein bisschen die, die Leute da drüben kennengelernt. Das war schon eine sehr getrennte Welt, ja, ich meine, Germering hat dreißigtausend Einwohner, aber du konntest schon die Gymnasiasten genau darauf einteilen, bist du auf dem CSG oder bist du auf dem MBG, zu was gehörst du.
Hessi Nichtsdestotrotz, am Ende
Hessi ist der Abi-Schnitt da drüben auch nicht schlechter, und auch nicht nur so, äh, natürlich ist die letzte, die letzte Prüfung, die halt zentral gestellt wird, ist die gleiche, und alles andere davor haben sie halt besser gemacht, weil sie vom Lehrer Hilfe bekommen haben. Nein, so war's nicht, ja,
Hessi es waren identische Leistungen in Anführungszeichen,
Hessi und wenn du halt dann die, die Schüler gefragt hast, ich hatte da einen sehr guten Freund von mir, der am Ende dann in der Zwölften gewechselt hat, nachdem er das zweite Mal durchgefallen ist oder so, ich weiß gar nicht mehr, darf man zweimal, ich glaube das war, weil er durchgefallen,
Hessi und der hat sich dann super wohlgefühlt, aber da kam von ihm auch nur,
Hessi ja, das ist halt so viel gechillter da drüben. Der war halt auch ein entsprechender Pothead, ja.
Hessi es ist halt so viel gechillter da drüben, hey, und es ist, passt schon, die unterstützen mich halt schon, so dass ich da durchkomme. Ja, und er hat dann am Ende auch ein Dreier-Abi gehabt. Ja, hat ja gereicht.
Hessi Aber er hat bei uns niemals ein Abi bekommen. Der wurd so fallen gelassen, links und rechts, da gab's nichts mehr für den.
Justus Meint ihr eigentlich, wenn wir jetzt mal aufs große Picture kommen, das,
Justus die Schule, oder dass man da hin muss, dass das, dass das was Sinnvolles ist? Ich denke jetzt an dich mit deinem Sohn. Du sagst, ihr habt Zahlen reingemacht. Eigentlich hat er doch alles,
Justus so einfach nur durchs Leben und durch den Umgang mit einem interessierten Vater und wahrscheinlich interessierten Mutter gelernt,
Justus muss ja doch eigentlich nicht in die Schule gehen.
Hessi Okay, ich find's super wichtig, wahnsinnig wichtig, dass die Kinder – das ist jetzt wirklich so, ich hole jetzt große Kohle raus –
Hessi möglichst früh einen komplett anderen Info- äh Input und Einfluss als die Eltern und die direkte Familie bekommen, ja,
Hessi sei es eine Tagesmutter, ne Krippe, eine sonstwas, ein Kindergarten, eine Schule, ja, da sind ganz andere Einflüsse, da sind ganz andere Interessen, die dahinter stehen, da ist sozialer Aspekt, sich einmal mit anderen Kindern zurechtzufinden, im Guten wie im Schlechten.
Hessi Also von dem her, die Schule, und die Schule ganz speziell, aufgrund des breiten Themenspektrums, das dort beigebracht werden könnte, das ich niemals beibringen könnte – ich habe keinerlei Ahnung von HSK, stellst du mich vor zwei Bäume, sage ich, der eine ist grün, der andere nicht, ja.
Hessi Wir haben jetzt mal wirklich sehr platt zum Beispiel zu bleiben, ja, natürlich braucht's Schule, und natürlich könnt ich das nicht. Und ich weiß, worauf du hinaus willst: Schulpflicht ja, nein, ähm,
Hessi ja, und ich habe keine Ahnung, ich weiß, die werden unterstützt, aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie diese Homeschooling-Geschichten in Amerika überhaupt funktionieren. Erstens, warum will man sich das antun, sowohl als Eltern als auch als Kind? Gut, Kinder haben meistens keine große Chance,
Hessi zweitens, was muss ich überhaupt, wie muss ich,
Hessi wo ist mein Kind überhaupt? Ich habe ein Interesse daran, dass mein Kind, dass ich mein Kind
Hessi in halbwegs vergleichen kann, wo steht es jetzt gerade, in welche Richtung geht es, in welchem Perzentil bewegt sich es, um jetzt irgendwie mal in dem Bereich zu bleiben, von dem Eltern am Anfang immer nur sprechen, Perzentil, ja,
Hessi deshalb, das fehlt mir plötzlich alles. Und ja klar, man muss ein Kind irgendwie in die Hand nehmen, muss sagen, ein Kind entwickelt sich so, das andere so, und am Ende wird uns allen noch ganz gute Menschen. Aber so ist halt unsere Gesellschaft leider nicht auf,
Hessi nicht an dem Gewissen, also es gibt halt so so so Meilensteine, zu dem du irgendwas,
Hessi erreichen musst. Wenn du das dann nicht hast, dann,
Hessi tust du dir schwer, wie ich jetzt grade, die wir gerade jetzt beim beim Stefan sehr explizit gehört haben, ja. Und da möchte ich schon irgendwie einen gewissen Überblick haben, wo bin ich gerade, und deswegen finde ich die Schule allein dafür wahnsinnig sinnvoll.
Justus Aber wobei beim Stefan sieht man ja eigentlich gerade, dass das total schädlich sein kann. Weil bei dir, Stefan, er so – entschuldigung, weil wir jetzt hier so über dich reden – aber da ist es ja so gewesen, dass die Tatsache, dass du in diesem System warst, dich eigentlich gehemmt hat,
Justus dich zu entwickeln, und wenn du da nicht drin gewesen wärst, es vielleicht sogar besser gewesen wäre.
Stefan Ja gut, teils teils, ne, ich mein, mir.
Justus Das war doch kein Benchmark, den du da bekommen hast für dich als Person, es war einfach nur scheiße, das war einfach nur ein Mindfuck.
Stefan Ja, auf alle Fälle, und ich würde auch sagen, so, dass das vor allem später, als ich dann so für mich gewusst hab, wie der Hase läuft,
Stefan die Schulpflicht da schon so ein bisschen hinderlicher war, ja. Also ich glaube, ich hätte so von meinen Abwesenheitszeiten,
Stefan auf dem Gymnasium damals, dann hätte ich wahrscheinlich gar nichts, Abitur haben dürfen. Also ich hab deutlich über dreißig Prozent äh.
Stefan Hab aber für mich gemerkt, dass für mich halt effektiver und besser war, zu Hause die Sachen durchzugehen und zu lernen. Und immer wenn ich mir dann so ein bisschen Auszeit genommen habe und die Sachen zu Hause angeguckt hab, damit ja zurückgekommen habe, dann meine Eins geschrieben. Und wenn ich dann irgendwie,
Stefan versucht hab, das in der Schule zu machen, dann war es meistens nicht so gut. Das ist auch total witzig, auch in so einem Abi-Buch steht es halt irgendwie so drin: Schreibt nur gute Noten, wenn er nicht in die Schule geht,
Stefan so als Charaktermerkmal. Ja, wie gesagt, ich glaube, oder bei mir auch nichts gebracht, weil einfach sozusagen der Bildungshintergrund einfach meiner Eltern da nicht nicht ausreichend ausgereicht hätte irgendwie, um mich da irgendwie fürs Abitur vorzubereiten.
Hessi Moment, ich, also äh, als ich es gesagt, aber die, Stefan jetzt als Beispiel gebracht habe, ist mir auch in dem Augenblick aufgefallen, wie man mich jetzt am besten damit aus der Spur bringen kann. Wenn man im eigenen Beispiel, das ist kein besonders gutes, war, äh, sorry, äh, nimm's nicht persönlich, Stefan,
Hessi aber es gibt doch nochmal einen Unterschied zwischen, ist es eine Schulpflicht, oder ist in der Schule und in dem spezifischen Beispiel so viel verkackt, dass man sich eher angucken muss, wie kann man es besser machen? Und Schulpflicht abzuschaffen und es durch irgendwas anderes zu ersetzen, ist ein potenzieller Weg. Aber,
Hessi meine persönliche Meinung, die ich nur bis zum gewissen Weise qualifiziert wiedergeben kann, ist, dass das nicht der richtige Weg ist.
Stefan Ich finde auch so dann, dass man wenn dann drüber reden müssen und sagt, wie kann man Schule gestalten, um allen Kindern gerecht zu werden,
Stefan bei der Schulpflicht ist es halt immer noch so seit, dieses Ding, dass man irgendwie da vielleicht eben verhindern will, dass da Parallelwelten entstehen, weil irgendwelche,
Stefan irgendwelche super religiösen Leute ihre Kinder rausziehen, oder irgendwelche Kinder nicht, von irgendwas, ich was, ne, also Berlin-Neukölln oder so, die dann da ihre Kinder gar nicht hinschicken.
Stefan Aber ich glaube, das hast du so oder so, das hast du auch ohne Schulpflicht. Und deswegen glaub ich auch,
Stefan dass da die Schulpflicht sich heutzutage eigentlich überholt hat, ja, weil einfach die Parallelgesellschaften, vor denen man Angst hat, die entstehen so oder so, sowohl eben im Negativen, sage ich jetzt mal, halt wie gesagt so,
Stefan Kinder halt aus in Anführungszeichen asozialen Familien, aber halt eben auch äh Kinder aus der Oberschicht, die kommen auch in ihre Parallelgesellschaften rein trotz Schulpflicht.
Stefan Und ich glaube einfach, dass es nicht darum geht, das Schulpflicht ja oder nein, sondern dass wir uns wirklich überlegen müssen, was wollen wir für eine Schule haben in Deutschland, und dass man eher in die Richtung,
Stefan denken muss.
Justus Ich bin auch, ich bin da einfach unentschieden, deswegen stell ich die Frage wirklich ganz ehrlich. Ich stell die jetzt gar nicht, um ein Thema aufzumachen, wo ich jetzt möchte, dass pro und contra Schulpflicht sowieso nur die
Justus Grabenkämpfe abgelaufen werden, sondern ich,
Justus mir da wirklich nicht ganz sicher. Weil das, was du sagst, hey Hessi, ist natürlich relevant,
Justus Kinder müssen in sozialen Zusammenhang reingeworfen werden, der jenseits der Familie stattfindet. Das finde ich auch enorm wichtig. Das sieht man ja,
Justus gut, dass Kindern tut, auch wenn sie zum Sport gehen, wenn sie später dann mal in die Jugendfeuerwehr oder irgend sowas machen.
Justus Und gleichzeitig, das, was du, Stefan, angesprochen hast, ist letztlich so eine so eine Aufgabe der Schule,
Justus dass sie die gesellschaftlichen Probleme lösen soll, also letztlich Integrations-Unwillige, ob das jetzt irgendwelche fundamentalistischen Christen oder fundamentalistische Moslemmenschen sind, war dahingestellt,
Justus und da frage ich mich halt, ist das tatsächlich das, was die Schule
Justus leisten soll, diese Probleme zu lösen? Müsste man die nicht eigentlich an anderer Stelle lösen? Also wenn du, wenn das Argument ist, die Schule soll dafür sorgen, dass unsere Integration halbwegs,
Justus sag ich nee, weil die Schule ist so strukturiert, das sowieso diejenigen,
Justus die in der Upper Class sind, bei sich bleiben, und der ganze Rest ist dann woanders. Also die Durchmischung sehe ich da nicht, dass die Schule diesen Beitrag leistet.
Hessi Da möchte ich, da möchte ich aber ein Gegenbeispiel sagen. Also ich weiß, wo du, ich weiß, wo du herkommst, und ich kann mir,
Hessi wahrscheinlich, also ich habe ein zweifaches Privileg, dass ich an der Stelle jetzt dann hier natürlich,
Hessi klarstellen, ja, Nummer eins,
Hessi bin noch in einer relativ frühen Phase beim Kind. Ich meine, Grundschule ist was, wo jedes Kind durch muss, danach wird's anders. Und ich denke,
Hessi da ist auch so ein bisschen das Problem, gerade in Bayern, aber auch andere Bundesländer sind da so,
Hessi das halt da tatsächlich, hat man ja vorher darüber gesprochen, eine gewisse ähm Klassengesellschaft sofort rauskommt. Gymnasium, Realschule, Hauptschule, oder Volksschule, wie heißt die denn heute,
Hessi [Unverständlich.]
Hessi Egal, und zum Zweiten, wir haben ja eigentlich dieses Sprengelsystem, ja. Ich glaube, das gibt's in jedem Bundesland, oder ist irgendwo nicht so? Ja, also dieses, im Prinzip, du hast,
Hessi deine Schule, zu der du als Erstes hingehen musst, ja, also die halt in deinem Umkreis ist. Im Kindergarten ist es ja anders,
Hessi aber was ich hier bei uns jetzt in der Kleinstadt oder in der in der in der Schlaf-
Hessi Davor noch nicht so mitbekomme, ist, dass man jetzt irgendwie umzieht oder sich irgendwo anders anmeldet, um an die gute Schule zu kommen, wo möglichst, äh, um jetzt mal platt zu sprechen, wenig Ausländer sind, ja.
Hessi Das das hat nicht bei uns, ja, sondern die gehen halt alle dahin, wo halt ihre nächste Schule ist, weil sie es halt aus ganz vielen Gründen anbietet, weil die Spielplätze da auch sind, weil dann das sowieso die Kinder sind, die man schon aus dem Kindergarten kennt oder,
Hessi auch wenn da kein Sprengel jetzt, aber am Ende läuft's darauf hinaus, dass sie meistens die Kindergärten auch in der Nähe haben,
Hessi und was ich an an an anderen Schichten,
Hessi an anderen Religionen, anderen Ländern, Herkunftsländern kennengelernt habe, seitdem ich die Kinder habe und seitdem die Kinder soziale Kontakte auch nach außen pflegen,
Hessi ist enorm. Das habe ich so noch nie gehabt, und ich arbeite im internationalen Unternehmen, ja. Ich meine, ich habe neulich mal den Tweet rausgelassen, ähm, dass die meisten Freunde meiner Kinder sie darum, ähm.
Hessi bemitleiden, dass sie nur eine Sprache sprechen, ja,
Hessi und das ist so, ja, im Kindergarten gibt's vielleicht drei,
Hessi Kinder, also im Sinne von deutsch, die können nur Deutsch. Zwei deutsche Väter und eine deutsche Mutter, deutsche Väter haben wir, glaube ich, nicht nur, und
Hessi in der Schule ist es nicht ganz so, aber
Hessi ist es ähnlich, ja. Und da finde ich schon, dass gerade hier in diesem, in dieser rosaroten bayerischen Vorstadtwelt diese Durchmischung noch funktioniert und das wirklich auch die Kinder an der Stelle mitgenommen werden,
Hessi und ich glaube, also.
Justus Aber sind die Ausländer, von denen du redest, aus dem europäischen Süden oder sind das alles irgendwie Engländer oder.
Hessi Nee, also sowohl als auch, also wir haben, wir haben äh zwei, also er hat jetzt, der Große, jetzt in der Klasse,
Hessi zwei halbe Engländer, aber dann auch wirklich ganz viel mit deutlich anderem Touch, also hier wird, wir haben da glaube ich vier oder fünf,
Hessi ich würde sagen irgendwas aus Afrika, ja. Dann haben wir definitiv Asiaten dabei, wir haben alles dabei, ja. Ich glaube, wir haben sogar im Kindergarten haben wir sogar zwei oder drei Asyl-
Hessi welcher Status auch immer, Flüchtlinge, und welcher Status das jetzt auch gerade hat, das kann ich jetzt nicht genau sagen.
Hessi Wir hatten auch Kinder, die dann wirklich auch mit Deutsch am Anfang Probleme hatten, die dann entsprechend Unterstützung bekommen haben am Anfang und dann erst in der zweiten oder dritten Jahr Kindergarten fließend mitreden konnten mit allen und sich am Morgenkreis beteiligen konnten und so weiter und
Hessi da kommt man auch mit den Eltern in Kontakt.
Hessi Du gehst halt dann auf diese regelmäßigen Sommerfeste und sonst was und äh alle vier Wochen mal irgendwie,
Hessi man sich mal, oder man trifft sich morgens, wenn man das Kind wegbringt, und redet da mal kurz, und dann muss man irgendwie was organisieren und
Hessi es ist ein Sprachenwirrwarr da und alle versuchen irgendwie auf Deutsch und dann übersetzt er halt, wenn er Englisch kann, andere übersetzen, wenn sie Französisch können, und so kommt man irgendwie über die Runden und.
Hessi Ich bin schon recht äh recht positiv erstaunt, wie gut da diese, das ist schon funktioniert, das.
Justus Aber glaubst du, die Leute würden dann nicht sein, wenn sie da nicht sein müssten? Die wären da doch auch, wenn sie da nicht sein müssten.
Hessi Also, mein Gott, wenn er.
Justus Also, das Problem, dass, das jetzt nochmal kurz aus, wenn das Problem, dass ich damit unterm Strich habe, ist,
Justus ein einfach als liberal denkender Mensch, dass ich es schwierig finde, dass der Staat sagt,
Justus es gibt eine Zeit des Lebens zwischen sechs und achtzehn, da verfügen wir über dich und sagen, was du tun musst,
Justus das gibt es nie wieder, das gibt es davor nicht, danach nicht, Wehrpflicht abgeschafft,
Justus sondern da musst du hin, und wenn du da nicht hingehst, dann kommt ja im Zweifelsfall tatsächlich die Polizei und führt dich dahin. Wird ja per per unmittelbaren Zwang sonst durchgesetzt und.
Justus Denke halt, dass es vielleicht einen kleinen Promille-Anteil von Menschen gibt, für die dieses ganze System tatsächlich nicht geeignet ist,
Justus und die dann da hin zu zwingen, halte ich für problematisch.
Justus Und ich glaube, dass all die, von denen du redest, ja trotzdem in die Schule gehen würden. Also warum sollte man denn sein Kind nicht in die Schule schicken? Also ich würde es,
Justus ich würde, nur weil ich jetzt sage, ok, ich habe jetzt keine Schulpflicht, heißt ja nicht, dass
Justus Polen offen ist und totales Larifari einzieht und man, sagen wir mal, den
Justus die den Flug plötzlich nur noch drei Wochen vor, in Urlaub drei Wochen vor Ferienbeginn bucht und dann nicht mehr hingeht und so was. Also,
Justus glaube, dazwischen gibt es ja noch noch unterschiedliche Spielarten, wie wie fest man so was tun kann.
Hessi Du sagst, es gibt vielleicht ein Promille-Bereich, für die das nicht geeignet ist, okay,
Hessi würde ich mit dir übereinstimmen. Ich würde aber nicht sagen, dass die Lösung für diesen Promille-Bereich dann ist, dass man die Schulpflicht abschafft und ist,
Hessi sag ich mal, ihn freistellt, wie sie sich aufs Leben vorbereiten. Und jetzt mal hier ein großes Statement zu machen, und am Schluss dann bitte fragt mich jetzt nicht, wie die Schule aufs Leben vorbereitet, aber du weißt, was ich meine, ja.
Hessi Ich würde aber als Gegenargument sagen, dass ich glaube, schon dass es einen höheren, vielleicht sogar kleinen Prozentsatz an Leute gibt, die das dann sein lassen würden, weil sie sagen, das braucht mein Kind nicht, ja. Und.
Hessi Diese Kinder, die würde ich gerne davor geschützt haben, und ich würde gerne sagen, ja, die Eltern
Hessi sollen das verdammt nochmal mit ihrer, sollen verdammt nochmal ihre Kinder dahin schicken, und die sollen verdammt nochmal diesen, sag ich mal,
Hessi in Anführungszeichen objektiven, objektive Sicht auf die Welt bekommen
Hessi und aus ihrem Familienumfeld rausbekommen. Und ich meine das jetzt noch nicht mal mit irgendwelchen Parallelgesellschaften, die aus Grund von Migration oder Religion oder sonst was sind, sondern das kann
Hessi alles Mögliche sein, ja. Und ich glaube, dafür ist die Schule wirklich geeignet.
Justus Ja, das ist in der Tat auch das Argument, was ich dann in meinem Kopf, in dem die Argumente Pingpong spielen, letztlich auch selber immer aufstelle und wo ich mir denke, ja,
Justus so sehe ich eigentlich auch, aber trotzdem, ich tue mich einfach schwer mit diesem, mit diesem Zwang.
Stefan Also ich glaube, die Schulpflicht gehört abgeschafft. Das ist ein Relikt der Vergangenheit. Das wurde damals gemacht, als die Bauern ihre Kinder nicht in die Schule geschickt haben, weil sie sie auf dem Feld brauchten zum Kartoffeln sammeln oder zum Ziegenhüten, ja, da war irgendwie,
Stefan der Staat da hinterher und haben die Eltern quasi gezwungen, die Kinder zumindest eine gewisse Zeitlang in die Schule zu schicken.
Stefan Ich glaube, das wird heutzutage keine Probleme mehr machen. Irgendwie, dafür die paar Promille, die da nicht in die Schule gehen, das ist unerheblich, wenn du dir zum Beispiel anguckst, dass im Vergleich dazu irgendwie, ich glaube, zehn Prozent aller Kinder, die auf die Schule gehen, ohne Schulabschluss das Bildungssystem
Stefan also das ist zum Beispiel viel größeres Problem, ne. Also dieses Ding Schulpflicht oder nicht, finde ich,
Stefan ist glaube ich, wird der komplett überbewertet und ist im Vergleich zu den anderen Zahlen absolut marginalisiert. Ich finde, wir haben da deutlich andere Probleme, über die man sich in unserem Schulsystem unterhalten müsste.
Justus Ich muss euch mal was fragen, jetzt ganz aus dem aktuellen Anlass. Meine Große ist jetzt eingeschult worden, sie ist jetzt seit einer Woche in der Schule,
Justus und ich hab so das Gefühl, die hat sich schon ein bisschen verändert. Die
Justus die zum Beispiel kann ich die jetzt so allein ins Bett schicken und die übernimmt Verantwortung für den Kleinen so mit und sagt, tut dann so, also die wirkt plötzlich so erwachsen. Verändern sich die Kinder durch die Schule?
Justus Wie habt ihr das erlebt? Ich habe jetzt nur eine Woche, ja.
Hessi Also die Kinder nehmen ja selber das, wird ihnen ja indoktriniert, sagen wir es mal so, ja. Ich nehme jetzt mal bewusst deine Wortwahl, die du vielleicht nehmen würdest an der Stelle, auch wenn ich sie jetzt nicht unbedingt teilen würde,
Hessi es wird ihnen ja indoktriniert, dass das so ein, so ein stabiles, ja,
Hessi du bist jetzt nicht mehr Kindergartenkind, oder du bist jetzt, du kommst jetzt in die Schule, bist jetzt Schulkind, was gehört zum Schulkind, ja, und
Hessi natürlich stehen die am zweiten, am dritten Tag da und sagen hey, ich bin Schulkind, was bedeutet das für mich, ja, ich meine, wir haben so ein paar Meilensteine gehabt, die wir mit der Schule verbunden haben, ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber es gibt wirklich ein paar Sachen, wo wir gesagt haben, sobald du in der Schule bist, ist es vorbei, oder das Kind hat selber vorgeschlagen,
Hessi jetzt mache ich nicht mehr, wenn ich in der Schule bin, und es hat tatsächlich vom ersten Tag an funktioniert.
Hessi Wir haben wirklich auf diesen Meilenstein gewartet, der quasi dem Kind des
Hessi Gefühl gegeben hat, ich bin jetzt eine Stufe weiter.
Justus Okay, also so so als pädagogisches Hebel und zu sagen, du gehst jetzt selber aufs Klo, oder sag mal konkret, was hast du da.
Hessi Genau, ja ja ja, genau, genau, das ist es, das war, das hat beim Ersten genauso funktioniert und das funktioniert, es wird beim Zweiten genauso sein, weil er hat das auch schon angekündigt.
Justus Okay.
Hessi Hat gesagt, genau, dann möchte ich von da an grundsätzlich allein aufs Klo gehen, sobald ich ein Erstklässler bin.
Stefan Jetzt schallt nur noch selten ein leises „Papa, putzen!“ durchs Haus.
Hessi Die waren gerade drinnen, haben sich verabschiedet, zum Glück, weil die kommen glaube ich nicht nochmal.
Justus Stefan, dein Großer, hat er sich verändert? Ich habe ja echt.
Stefan Ah ja, ich mein, gut, ne, das ist natürlich so, dass die Kinder natürlich auch, mein, kommt drauf an, was du für den Kindergarten, was soll ich mein, du du kennst ja unseren Kindergarten, Justus, das ist ja ein Hort der Glückseligkeit und auch ein bisschen linke Kuschelpädagogik.
Stefan Drei Hektar Waldgrundstück und die Kinder sind frei und können sich bewegen und.
Stefan Sie können machen, was sie wollen, und die wachsen sehr frei und sehr behütet auf, und auch Konflikte werden sehr ernst,
Stefan genommen und Mobbing wird da unterbunden und pipapo, und ja gut, dann gehst du halt in die Schule.
Stefan Und dann trifft sich halt so die harte Realität, ne, das ist einfach natürlich auch das, wovor viele Eltern Angst haben, so dass einfach dann dann so der Ernst des Lebens irgendwie voll zuschlägt und die Kinder dann von einem Schlag auf den anderen erwachsen werden, und.
Stefan Äh, es ist halt eben so, dass unser Sohn mit keinem anderen Kind auf die gleiche Schule gegangen ist, mit dem er im Kindergarten war, der ist komplett.
Stefan blank dahin, ohne irgendwelche sozialen Kontakte.
Stefan Und dann ist es halt auch noch eine Schule, die so ein bisschen so am am Rand ist, also wir haben auf der einen Seite irgendwie noch relativ viel so Akademikerklientel in unserer Umgebung, und dann sind aber auch ähm so Wohnblöcke, wo die Rumänen wohnen.
Stefan Also halt einfach so so rumänische Sinti und Roma halt, ne, einfach ein Riesen-
Stefan Wohnbaracken, Deutschland ganz unten, und dann hört man natürlich einfach auch so Geschichten von irgendwie.
Stefan Kindern, die dann mit dem Messer auf dem Schulhof andere Kinder pressen, oder irgendwie kleine Babyhäschen mitbringen und sagen, wenn du jetzt nicht zwei Euro gibst, dann trete ich dir auf den Kopf, und so.
Stefan Und dann haben wir zuerst mal ganz lange darüber nachgedacht, ob wir ob wir das da wollen, und haben dann auch für erst versucht, ihn auf eine andere Schule zu bringen.
Stefan Wo auch mit seiner Kindergartenkumpels sind, und das war aber dann irgendwie.
Stefan Wurden einem da ziemlich viel Steine in den Weg gelegt, auch so vom Ministerium aus und so, und wir hätten da klagen müssen, hatten da auch keinen Bock gehabt, und dann haben wir gesagt, okay dann,
Stefan lass uns halt so, und sind jetzt total zufrieden, und es hat sich, diese ganzen Horrorgeschichten, gehört haben, sich da nicht so bewahrheitet, aber es ist halt trotzdem so, ne, die Kinder kommt rein, und mein Sohn, der ist auch so ein bisschen muffelig, war schon immer, von von Baby an, es ist halt irgendwie nicht so der
Stefan super schlanke sportliche Typ, sondern halt eher so ein bisschen so der,
Stefan der nette gemütliche nachdenkliche Typ, und im Kindergarten war das dann nie so ein Problem, und dann hört er halt so Sachen wie Fettarsch und Fetti und.
Stefan Mamakerl, und dann kann er nicht gut Fußball spielen und so, und da ähm werden die Kinder in.
Justus Ja, das sind so Momente, wo man die ganze Welt in die Luft sprengen möchte, oder zumindest die Schule, also es geht.
Hessi Aber wo hast du das nicht, das hast du überall, und die Schule ist meines Erachtens nach, okay,
Hessi vielleicht, da bin ich auch sehr positiv, ich kenne das alles, mein Sohn kam mal nach Hause und hat gesagt, er wurde auf dem Schulhof bedroht, dass er seine zwei Euro, die sie immer dabei haben müssen, wenn irgendwann mal ein Ausflug oder sowas stattfindet, dass er die hergeben soll,
Hessi und wir sind echt mit so 'nem offenen Mund da gestanden, was ist denn jetzt los, ja, damit die Lehrerin gesprochen, da meinte so, ja hier,
Hessi aber das passiert von von seiner Zeit, und die Aufsichtspersonen sind sich dessen bewusst und so weiter, und es gibt auch schwierige
Hessi und dafür haben wir äh ein System, es gibt dann eben Schüler aus der dritten und vierten Klasse, die in so 'ner Art Mediatorkurse gemacht,
Hessi dann eben äh zwischen den Schülern.
Hessi Was ist das Wort, dass ich gerade suche, schlichten, Streit schlichten, genau, wenn's
Hessi nicht funktioniert, wird dann eben die Ordnungskräfte oder eine Pausenaufsicht oder was auch immer dazu rufen, und es wurde uns da sehr gut verkauft, ja,
Hessi ich habe dann auch dann ihn danach gefragt und meinte so, ja ja, das hat ganz gut funktioniert, und es kommt kommt jetzt auch nicht mehr vor, ja, also,
Hessi das ist eine soziale, das ist ein sozialer Lernprozess, und
Hessi natürlich hätte ich gern, dass ihm das nicht passiert, ich mein, klar, es ist dein Kleinkind, das kennst du seit es null Tage alt ist, ja, natürlich willst du das beschützen und hegen und sonst was,
Hessi aber es gehört dazu, die Welt ist in gewisser Weise so, schau wie, schau wie er darauf reagiert, gib ihm Mittel an die Hand, damit umzugehen, und dann funktioniert das, und wenn die, wenn die Schule des
Hessi mit unterstützt, sich des Problems bewusst ist und die Mittel auch mit verkauft, ja, mit einem verkauft, das war schon mal, mit mit vermittelt,
Hessi dann ist es doch super, und jetzt ist es soweit, dass sie jetzt vorschlagen, dass er so ein so ein so ein Mediator werden soll, weil er sich anscheinend alles gut,
Hessi ich finde es so, so soll es sein, und so ist es gut gelaufen,
Hessi da bin ich wieder zu blauäugig.
Justus Na, wie ich das höre, möchte ich meine Kinder immer zum Krav-Maga-Kurs schicken am liebsten.
Stefan Na ja, ich denke, es ist halt einfach auch wichtig, dass die Eltern auch bissel da hinterher sind, ne, das einfach so,
Stefan du kannst, ne, du willst deine Kinder beschützen und immer in Watte einpacken, willst, dass es ihnen gut geht, aber ne, so, sie werden im Leben immer solchen Situationen begegnen, egal wo wie was, und da ist es halt einfach wichtig, dass das, dass die einfach auf
Stefan guten Beinen stehen und halt irgendwie.
Stefan gutes Verhältnis zu sich und und zur Welt bekommen, und dann muss man halt eben einfach gucken, in solchen Phasen, dass man halt auch als Eltern da halt irgendwie guckt, dass das irgendwie in die richtige Richtung läuft, dann.
Stefan Wir können die Kinder halt eben langsam in die harte harte Welt reinwachsen und.
Justus Also also, wenn das dann auch so bleibt, event, wenn du quasi dein, denn dein Kind siehst und es entwickelt sich und du merkst, meinst, okay, dass du das, das macht da Fortschritte, und dann geht's weiter, das ist natürlich schön zu sehen, aber ich hab
Justus tatsächlich fast gerade schon Panik, vielleicht manchmal aus eigener Erfahrung heraus, dass
Justus dieses Kind, meine Große, die ich als total aufgeschlossenen neugierigen klugen witzigen Menschen kenne, die sich durch.
Justus Spiel und Freude Dinge aneignet, sei es Wissen um über die Dinosaurier oder was weiß ich, die konnte auch schon viel, also konnte schon super lesen auch vorher und alles 'ne ganze Reihe mehr,
Justus ohne dass wir da irgendwas groß gemacht haben, bevor sie jetzt da in die erste Klasse gekommen ist, und ich hab echt die große Sorge, dass
Justus die Schule zu so einem Ort persönlicher Frustration, einfach nur unangenehm ist, und dafür habe ich echt Panik, dass das passiert,
Justus Aber vielleicht, ich hoffe zu Unrecht, vielleicht ist Schule ja auch inzwischen besser und sicherlich nicht wie in Österreich in den frühen neunziger Jahren.
Hessi Sei mal ehrlich, die Garantie kann dir keiner geben, aber was ist die Alternative?
Justus Es gibt keine, aber da hast du vollkommen recht. Die Alternative ist, sie einzumauern hier zuhause und zu sagen, du gehst da niemals raus, ja.
Hessi Ganz genau, und ich meine, ich habe, ich habe ja selber, also ich meine, ich hab selber einige prekäre Ansichten,
Hessi an manchen Stellen, ja. Ich habe zum Beispiel mit Fußball, kann ich gar nichts anfangen. Versuch das mal hier in dem Münchner Vorort zu verkaufen, dass du mit Fußball nichts anfangen kannst, ja. Und verschiedene andere Sachen und,
Hessi teilweise stehe ich wirklich da.
Justus Fast so schlimm wie ein SPD-Sein.
Hessi Ich sag's dir, ich sag's dir. Und teilweise bin ich überrascht, wie sehr mein Sohn dann tatsächlich meine, meine, also der Erste, bei dem erlebe ich es jetzt am meisten natürlich, weil er da jetzt nicht mehr behaupten muss,
Hessi wie sehr der meine Ansichten übernimmt, ja. Der kommt dann wieder und sagt, ja, der Sohn so, aber der, der will eh nur was mit Fußball machen, das interessiert mich ja nicht, gell,
Hessi da stehst du da und sagst so, hab ich das jetzt echt zu häufig gesagt, dass uns Fußball, er das nicht, Fußball nicht interessiert und das es daher uns nicht interessiert, ja.
Hessi Bild dir eine eigene Meinung bitte. Nee nee nee, das interessiert mich nicht, ich hab das mal gesehen und das ist ja doof, da hat ja jeder nur einen Ball, ja, und da gibt's ja nur einen Ball, es muss ja jeder einen Ball haben, damit's Spaß macht.
Hessi Das sind so, du hast teilweise schon echt viel Einfluss auf deine Kinder, also beziehungsweise, ich kann's jetzt auch nur, das jetzt nur ein Beispiel, ja,
Hessi wenn die Kinder dann eben sich selber ähm manns genug sind, in Anführungszeichen, also wirklich, entschuldige, Anführungszeichen, voraus genug sind, was auch immer, spielt keine Rolle, ähm.
Hessi Ihren eigenen Kopf durchzusetzen und sagen, was du da machst, interessiert mich gar nicht, ich suche mir für die Zeit was anderes,
Hessi es nicht und ich möchte mit dem Schmarrn mich jetzt nicht verbinden und ich möchte nicht
Hessi Fortnite spielen. Auch wieder ein gutes Beispiel,
Hessi sämtliche Kinder erzählen ständig, dass sie daheim nur Fortnite spielen. Jedes Mal wenn wir den Eltern spricht, sagen die, die hat noch nie in seinem Leben Fortnite gesehen, aber er weiß halt, das Fortnite das große Ding ist, deswegen erzählt er in der Schule, man so, er spielt, ja.
Hessi Alle Kinder erzählen immer nur, alle Jungs erzählen immer nur, sie spielen daheim immer nur Fortnite. Wir wissen aber, wenn du die fragst, was es ist, wissen sie es nicht,
Hessi und mein Sohn, keine Ahnung was er in der Schule sagt, aber er kommt zu mir und sagt, die sind alle doof, die spielen nur Fortnite, ja. Und er will nie Fortnite spielen, weil er findet Fortnite doof, ja, weil er weiß, dass ich's doof finde, ja.
Hessi Okay gut, finde ich super, dass du so bist.
Justus Findest Fortnite doof?
Hessi Ist halt nicht meins. Ich spiel lieber Sudoku, aber ist.
Hessi Was soll ich sagen, fett, vertraut denn, ich kann nur sagen, vertraut deinen Kindern, dass sie ihren eigenen Weg hin und dass sie selber wissen, was sie tun. Und wenn sie sieben, acht Jahre alt sind, entschuldigung, wahrscheinlich auch mit sechs, ja, dann sollten sie eigentlich in der Lage sein.
Hessi In gewisser Weise auch mit anderen Sechsjährigen, und dann sollten sie es, unfair gesagt, aber gibt ihnen die Chance, mit anderen Sechsjährigen umzugehen und Konflikte mit anderen Sechsjährigen zu meistern und Siebenjährigen.
Stefan Ich finde es immer witzig, wie einfach, ne, wie einfach sozusagen so die eigenen, die eigene Schulerfahrung halt einfach dann auch das Umgehen mit den Kindern trägt, ne. Ich meine,
Stefan bei uns zum Beispiel war es so, wir haben unseren Sohn erst mit sieben eingeschult, weil
Stefan gesagt hab, nee, der macht nicht das Gleiche durch wie ich, der ist nicht immer der Kleinste, der ist nicht immer der Jüngste.
Stefan Und bei dir jetzt mit mit deiner Tochter, ne, wo du Angst hast irgendwie davor, dass dass es ihr vielleicht genauso gehen mag wie dir, dass das Schulsystem sozusagen die Kreativität und das Interesse aus aus ihr rausprügelt,
Stefan und Hessi, der ein bisschen unbedarft ist, weil irgendwie ganz gut durchgeflutscht, also tut mir leid, das war jetzt ein bisschen salopp gesagt, ne,
Stefan weil du einfach keine super schlechte Erfahrung gemacht hast und du hast, gutes, bist du durchgeflutscht, ne.
Hessi Natürlich, natürlich, ich rede die ganze Zeit schon von Privilegien und das ist eins meiner Privilegien, dass es mir gut ging. Ich meine, ich habe von der fünften bis zur zwölften Klasse Geige gespielt, Geige, Bratsche, Kontrabass und war im Schulorchester und wurde trotzdem nicht gedisst, ja. Das spricht für meine Schule.
Hessi Es ging einfach gut.
Stefan Da haben die Leute gedisst, die keine Bratsche gespielt.
Hessi So.
Justus Die wurden mit der Bratsche verprügelt,
Justus wenn wir jetzt über Struktur reden, lass uns mal kurz über,
Justus Zeugnisse reden. Ich möchte, möchte das jetzt mal machen und zwar habe ich hier einen Tweet von Patricia ausgesucht, Patricia Cammarata, die auch schon mal hier zu hören war. Die hat mal an einem Zeugnistag getwittert,
Justus Zeugnisse sind der Tag, an dem die Lehrerin ihre Meinung in Zahlen abgibt, nicht der Tag, an dem
Justus dann können deine Leidenschaft oder deine Fähigkeiten bewertet werden. Hattet ihr schon Zeugnisse?
Stefan Schriftliches gibt's bei uns. Fürs, bei euch?
Hessi Ja, reines Schriftliche, ohne Noten, und wir haben's bekommen, ja, und ähm das war jetzt bis auf einen einzigen Satz nichts Überraschendes drin. Den einen Satz möchte ich gerne zitieren, weil er mir wirklich Spaß bereitet hat.
Justus Okay.
Hessi Eine zügige Abgabe von Elternbriefabschnitten oder Ähnlichem durch die Eltern ist anzuraten.
Justus Die Eltern!
Hessi Der schlechteste, der schlechteste Teil in dem ganzen Zeugnis ist, dass wir Eltern nicht in der Lage sind, diese Scheißabschnitte rechtzeitig abzugeben,
Hessi ja, da wird mein Sohn in zwanzig Jahren, wird er sich darüber totlachen, dass in seinem Erstklässlerzeugnis die Einzigen, die gedisst wurden, seine Eltern sind.
Justus Sehr schön, habt aber ganz schlechtes Zeugnis gekriegt, Hessi.
Hessi Ich sag dir, wir haben uns in die Augen geguckt und haben gesagt,
Justus Finde ich aber gar nicht schlecht, also guter Mut von der Lehrerin. Man sollte überhaupt viel mehr über die Eltern schreiben in so Zeugnissen und überhaupt Elternzeugnisse geben.
Hessi Gut, ich könnte jetzt sagen, dass ich die in meinem Sohn schlimmer mitgebe, er vergisst die abzugeben, ja, aber nicht so, jetzt bin ich nicht, aber ja, du hast recht, ja, es ist wahrscheinlich gut so, ja.
Justus Was, was sind das für Schnipsel?
Hessi Was meinst du? Achso ja, dieses, sei es jetzt vom Hort oder sei es vom vom von der von der Schule, das und das äh muss abgegeben werden, äh die Schule hat dann und dann äh nur von dann und dann bis dann und dann auf, äh wir haben dort ein Abend, äh
Hessi bitte bringen Sie doch was mit, bitte unterschreiben Sie hier, dass Sie einverstanden sind, dass von Ihrem Kind äh Fotos gemacht werden, all der ganze Schmarrn halt, ja,
Hessi muss bis dann und dann abgegeben werden, und gefühlt haben wir diesen Zettel immer zwei Tage danach erst zum ersten Mal gesehen, ja. Und überhaupt Kommunikation mit Lehrern, was mit diesem blöden, habt ihr auch so ein Heft, wo man immer so Sachen gegenseitig reinschreibt, so was so passiert ist und.
Hessi Boah, da müssen wir immer unterschreiben und ich habe glaube ich ungefähr drei Monate gebraucht, bis ich gelernt habe, dass ein,
Hessi und ein Unterstrich dadrunter bedeutet, dass ich unterschreiben muss, ja, immer gesagt.
Hessi Gelesen, ja, und dann bringt das wieder und sagt so, du musst doch, dann schreibe ich, muss unterschreiben, muss ich das unterschreiben?
Justus Das ist überhaupt ein gutes Thema, Kommunikation mit Lehrern. Das funktioniert ja vorsintflutlich, habe ich das Gefühl.
Hessi Schlimm, so schlimm, so schlimm, ja. Wir haben ja, wir haben eine WhatsApp-Gruppe für die Klasse,
Hessi in der Klasse, wo das so eine Klassen-, Klassensprecherin ins Leben gerufen hat, als sie gleich ausgerufen hat, sie würde dann eine WhatsApp-Gruppe gründen, nachdem sie gewählt wurde. Sie ist schon gut, sie hat noch eine Fünftklässlerin, die auch in der Schule war, die kannte sich aus, haben sie alle freiwillig gewählt, weil endlich eine, die sich auskennt,
Hessi Dann fing gleich, die Lehrerin an,
Hessi WhatsApp, wieso WhatsApp, nehmen wir doch Threema. Und ich so, okay, cool, ich glaube, meine Lehrerin ist cool. Ja, mein Problem ist nur, ich habe ihre Threema-ID nicht,
Hessi hat nur die Klassensprecherin drin. Ja, das heißt, ich schreibe der Klassensprecherin die WhatsApp-Gruppe, die kann dann der Lehrerin,
Hessi prima schreiben, und dann kriege ich das Feedback über 'ne WhatsApp-Gruppe.
Hessi Und noch dazu ist dann von diesen zweiundzwanzig Eltern sind irgendwie vierundvierzig in der WhatsApp-Gruppe, und wenn irgendwie da mal.
Hessi Reinkommt, ungefähr, ja, und wenn dann irgendwie ein Kommentar kommt, dann kommt zwanzig mal Daumen hoch und dann aber meine Johanna kann da nicht, ja, und wenn sie so, oh.
Hessi Okay, Entschuldigung, ich rant over, ähm, aber ja.
Justus Aber das klingt ja immer schon, immerhin auch schon mal nach einem Stück weit moderner Kommunikation. Was mich so gewundert hat,
Justus ersten Elternabend, den ich jetzt bei meinem eingeschulten Kind hatte, war,
Justus dass wir eine Postmappe haben, so eine eine eine Mappe, wo die Lehrer irgendwas reinlegen und das müssen wir dann lesen,
Justus aber da ist so viel Fehleranfälligkeit dazwischen, ob das Kind es
Justus reintut, ob das Kind das da rausholt, ob ich da rein gucke, ich hab überhaupt so viel, und ich hab schon,
Justus E-Mail-Postfächer gefühlt, jetzt muss ich noch,
Justus gucken zwischen dem verschimmelten Butterbrot und so was, ob da noch was in diesem Post-
Justus ding drin ist. Das macht mich, ich weiß jetzt schon, dass es schief gehen wird.
Stefan Ja, aber auf der anderen Seite, also ich muss sagen, ich finde es total super. Dass wir haben ja auch keine keine WhatsApp-
Stefan Gruppe, zum Glück, weil ich glaube, das sind, dafür allein über WhatsApp in die Luft sprengen müsste, für so Klassengruppen. Ich glaube, das ist die Hölle da drin, ist oder kann die Hölle sein.
Stefan Und ich glaube, so Postmappen sind einfach total gut, weil sie einfach so ein Filter sind, ist einfach sozusagen so diese Übersprungshandlungen, die über Nachrichten irgendwie so total killt, weil es halt einfach alles so ein bisschen Zeit braucht,
Stefan Sachen runterkochen, oder man sagen kann,
Stefan wollte hat man eigentlich gemacht, aber ist irgendwie auf dem Weg verloren gegangen, und kann man sich,
Stefan rausreden, weil man irgendwas vergessen hat oder so. Also ich finde es eigentlich, die Dinge von Elternseite der total super, und natürlich auch von,
Stefan von als Mann einer Lehrerin finde ich auch total super, weil einfach dadurch einfach so ein bisschen Speed aus dieser ganzen Kommunikation rausgenommen werden kann.
Hessi Ja, das.
Justus Was funktioniert hat.
Hessi Funktioniert aber auch nur dann, genau, das funktioniert hat auch nur dann, wenn du irgendwie.
Hessi Vielleicht jetzt vielleicht nicht als kompletter Rabenvater dastehen, als Rabeneltern. Okay, unsere Kinder sind im Hort, er meint, mein Kind ist im Hort, ja, das heißt, wir sehen unser Kind nach fünf Uhr nachmittags.
Hessi Dann ist das Kind durch. Ja, das hatte vier, fünf Stunden Schule, das hat danach äh mit hundert Kindern zusammen in einem offenen Hort Mittagessen gehabt, Hausaufgabenzeit gehabt,
Hessi draußen rumgerannt, gespielt, das will nach Hause, das will was zu essen, das würde mir nicht mehr erzählen, das tagsüber passiert ist,
Hessi schmeißt den Schulranzen in die Ecke, das wird irgendwie die halbe Stunde Fernsehzeit, dies bekommt am Tag, noch
Hessi bekommen und will dann abends entweder selber lesen oder was vorgelesen bekommen, und das war's. Das heißt, es ist schon mal jedes, jeden Abend ein Kampf, erstens nochmal irgendwie zu gucken,
Hessi was hast du noch Aufgaben, was gab's denn, soll ich irgendwas durchgucken, hast du eigentlich alles geschafft, da kriegst du überhaupt keine Antwort,
Hessi ja, dann ist aber mein Kind, und das ist auch wieder so eine dieser Steps, ja, ich bin jetzt Schüler, ich bin jetzt anders,
Hessi mein Kind dann so, dass ich seinen Schulranzen nicht alleine aufmachen darf, sondern dass ich um Erlaubnis fragen darf, in diesen Schulranzen reinzugucken. Was ich völlig in Ordnung finde,
Hessi er ist Schüler, er darf in der, darf jetzt über seinen Schulranzen verfügen, er muss ja doch dafür sorgen, dass alles drin ist, was drin sein soll. Ja, die
Hessi die gegenseitige Lernerfahrung haben wir bereits gehabt im ersten Jahr. Ja, ähm.
Hessi Das heißt, ich darf aber nicht einfach in diese Mappe reingucken, und wenn er jetzt in der totalen Blockadehaltung ist, dann kann ich in diese Mappe nicht reinschauen. Ja, und ich werde sie mir auch nicht einfach so rausholen, weil das gehört sich nicht. Ja, gut,
Hessi das heißt, wie komme ich jetzt dann diese dummen Informationen, dann sagst du, da wird das Blatt rausgenommen, das Blatt wird aber dann so rausgenommen, das am Ende alles
Hessi lese ich in diesem, wir haben einmal so eine Post-, so eine Postmappe, wo so Einzelblattsammlungen drin sind von DIN A3 bis DIN A12
Hessi und dann äh wo du einfach nur eine Unterschrift drauf machen kannst und sonst nichts mehr. Und dann haben wir ein DIN-A5-Heft, achtundvierzig Seiten, in dem sie eine reinschreibt, die wir dann antworten können, wo wir dann auch was,
Hessi schreiben können, und immer Unterschrift, Geradestrich, bitte hier unterschreiben, und,
Hessi dann lese ich irgendwann da drin, dass der Zettel noch nicht abgegeben wurde, dann suche ich diesen dummen Zettel, dann ist der nicht mehr in dem Postheft, weil ich drei Tage lang da nicht reingucken durfte. Dann ist der inzwischen im Schulranzen von drei Büchern so über den Haufen gerannt worden, dass er irgendwo unten ist und zwischen verschimmeltem Brot hängt. Ja,
Hessi da ist es schön, dass das Blatt rausgenommen wurde, aber das würde mir ne E-Mail und ne WhatsApp nicht passieren.
Stefan Vielleicht solltet ihr mit einer Person absprechen, dass alles aus dem Schulranzen ist, ihm gehört, aber die Postmappe, das ist was, was euch gehört, und das.
Hessi Wir doch alles.
Stefan Nachmittag auch auf den Küchentisch gelegt.
Hessi Hatten wir doch alles schon. Ja, also, ja gut, das ist ein sehr spezifisches Problem bei uns, und ja, hier haben Eltern, und wir sehen unser Kind zu wenig, und äh, da ist die Luft raus. Aber das passiert halt. Ja.
Justus Also ich, Stefan, ich kann verstehen, dass du als Mann einer Grundschullehrerin das ein Stück weit vertreten musst,
Justus wahrscheinlich haben die Grundschullehrer seit ewigen Zeiten sich diesen Modus angeeignet, mit den Eltern zu kommunizieren, der funktioniert für die, und den wollen die gar nicht ändern. Das ist so eine sehr deutsche Art und Weise, ne, also die Deutschen werden ja sowieso
Justus alles am liebsten einfrieren und merkelmäßig eins zu eins als ganzes Land als als Modelleisenbahn einfrieren und dann ist gut,
Justus soll sich nichts mehr ändern. So, was will ich eigentlich sagen? Ich will sagen, dass es mich schon nervt, dass,
Justus die diese Kommunikation, es nervt mich jetzt seit einer Woche so was von, so überhaupt nicht
Justus meiner Kommunikation, wie sie sonst pflege im Leben, entspricht, und es ist halt einfach bescheuert, und da entstehen halt auch super viel Missverständnisse,
Justus und ich finde, es ist durchaus zu erwarten, dass da auch eine Grundschule, und sei sie hier auf dem platten Land im Nördlich von Bremen in Niedersachsen, die könnte auch.
Justus Sich mal überlegen, ob es nicht okay ist, so was wie ein E-Mail-Verteiler zu machen, wo einfach bestimmte
Justus relevante Informationen rumgeschickt werden.
Justus Und sei es nur so was wie, wenn sie ihr Kind abholen vom Schulhof, muss an der Tafel X, die da steht, ein Haken gemacht werden. Hatte ich nicht mitbekommen, beim ersten Mal Abholen gab es ein Riesentrara, wurde eine Telefonkette ausgelöst und alles Mögliche,
Justus Polizei, was weiß ich alles, weil ich
Justus das Kind nicht ausgeklammert hatte, wie es hieß. Da muss man irgendwie eine Wäscheklammer daneben den Namen, dann ist es irgendwie offiziell. Oh, hab ich gefühlt wie so ein Depp.
Justus War ich auch, aber.
Stefan Ja, ich meine, ist ja klar, dass das, solche Sachen ja schon,
Stefan besser laufen können, dass man vielleicht irgendwie von der Schule vorab irgendwie das Zeugnis zugeschickt bekommt oder irgendwie, keine Ahnung was, aber ich meine so, so diese, diese, also.
Stefan Ich glaube, dass es nicht gut ist, wenn wenn Eltern die Handynummer der Lehrerin haben. Ich glaube, dass es noch nicht mal gut ist, wenn die Eltern die die E-Mail-Adresse der Lehrerin haben, weil.
Justus Die kann doch 'ne Berufs-E-Mail-Adresse haben, was spricht denn dagegen, hab ich doch auch.
Stefan Das Problem ist halt, das Problem ist halt Folgendes: Ich meine, so Eltern können wirklich anstrengend sein und ich ich weiß es von mir selber, ja,
Stefan man will nur das Beste für dein Kind und man will dann irgendwie immer sofort und gleich und Pipapo und und Lehrer können dann wirklich mit richtig mit richtig viel Scheiß zugeschüttet werden.
Hessi Stefan hat leider recht, glaub ich auch. Ich meine, ich seh's ja bei unserer Klassen-WhatsApp-Gruppe, wie viel Scheißfragen da gestellt werden,
Hessi da möchte ich nicht der Lehrer sein, ja. Und da da sind dann, da sind dann zwei Klassensprecher drinnen plus irgendwie die entsprechenden Leute, die halt ein bisschen besser aufgepasst haben, die dann schon mal zwischendurch schnelle Antworten, so dass keiner mehr was tun muss, ja.
Hessi Und das möchte ich nicht, dass das alles für die Lehrerin – möchte ich das nicht, dass das alles eins zu eins sieben Mal gefragt wird von von von sieben verschiedenen Eltern an die Lehrerin und die's jedes Mal antworten muss und das jeden Tag aufs Neue.
Hessi Das kann doch nicht sein.
Stefan Ja, und es ist halt dann einfach so, ne, ich meine, meine Frau, die hat halt auch ihre Schul-E-Mail-Adresse, aber natürlich ist es halt eben so wie bei dir selber so, man liegt halt dann abends noch im Bett und dann ne, aktualisiert man nochmal alles und dann kommt vielleicht 'ne E-Mail rein und dann irgendwie,
Stefan schon elf und dann liegst du da irgendwas und machst, du kannst nicht einschlafen und Pipapo, und deswegen glaube ich einfach, dass es vielleicht.
Justus Ja, das ist aber ihr Problem, dann soll sie halt, dann soll sie halt ihre Schul-E-Mail nicht auf ihr Personal-Handy machen.
Stefan Ja, aber Justus, deswegen wird doch in so großen Firmen wie BMW und Siemens und so was, wird dann irgendwie in der Zentrale ab so und so viel Uhr irgendwie der Server irgendwie geblockt, dass die E-Mails nicht nach Hause kommen, weil die Leute natürlich lesen, wenn's ankommt. Aber das hast du halt eben in dieser Schulstruktur nicht,
Stefan weil es halt eben keinen Schulserver gibt, wo der, wo die E-Mails drüber geleitet.
Hessi Und es ist ja auch die Erwartung.
Stefan Sie haben ja noch nicht mal, die Eltern haben, wir, noch nicht mal die Lehrer, immer noch nicht mal einen Computer oder einen Arbeitsplatz oder irgendwas oder,
Stefan wo du irgendwie in der Schule dann diese E-Mails beantworten könntest, sie müssen das ja alles über die privaten Geräte laufen lassen.
Justus Ich wünschte, wir hätten Video. Ich sitze hier so kopfschüttelnd, wie ich hier noch nie kopfschüttelnd saß.
Hessi Aber
Hessi egal, äh, wieder zu dem Thema, Speed rausnehmen, ja. Ich meine, die Probleme sind ja auch dann immer ganz ganz kleine, aber ganz ganz kritische, ja. Wenn dann um elf Uhr abends kommt halt dann irgendwie in der WhatsApp-Gruppe,
Hessi ist morgen eigentlich jetzt der Ausflug oder nicht, ja. Und du stehst da.
Hessi Okay, ja, das muss jetzt definitiv heute beantwortet werden, weil wenn du die Antwort dazu nicht weißt, dann ist dein Kind morgen da nicht dabei, ja. Und,
Hessi gut, dass die Lehrerin da die, ihre Threema-ID nicht abgegeben hat, ja, und die drei Leute, die Threema haben, mir darauf schreiben könnten, ja, weil die müsste das um elf Uhr beantworten, sonst ist das Kind am nächsten Morgen nicht dabei, ja.
Stefan Oder halt dann so Sachen, welche Hausaufgaben muss mein Kind genau machen und jetzt, und meine Frage zu der Aufgabe, die verstehe ich nicht, können Sie mir die mal erklären.
Stefan Die Sachen kommen natürlich auch dann.
Justus Ja, aber auch das kann man ja lösen, also wie gesagt, ich glaube, wir brauchen eine kulturelle Entwicklung
Justus entlang der neuen Technologien, die wir haben, genauso wie wir lernen müssen, dass wir durch die Smartphones uns ein bisschen anders verhalten müssen und dass wir zum Beispiel im familiären Kreis da Regeln einführen wie keine Smartphones am Tisch und,
Justus so zum Beispiel, so eine Regel bei uns, oder wie wir für uns als Eltern,
Justus einführen wollen, keine Smartphones im Bett, wenn wir einschlafen und so was, kann man ja auch so was durch.
Justus Durch kulturelle Praktiken, wie man sich aneignet, also neue Technologien stellen einen immer vor Herausforderungen, dann dann eignet man sich kulturelle Praktiken an, mit denen man diese
Justus die neuen Technologien einhegt, dass sie nicht so ausufern, wie ihr es gerade beschrieben habt,
Justus es ist ja durchaus denkbar, dass ein Lehrer ein Diensthandy hat, das,
Justus wo klar ist, das hat.
Stefan Da musst du doch selber lachen.
Justus Da muss ich überhaupt nicht lachen. Wo klar ist, dem dem kannst du schreiben zwischen der Uhrzeit A bis Uhrzeit B und dann halt sonst halt nicht.
Justus Ich kann auch nicht erwarten, dass ich bei VW bei der Hotline anrufe am Sonntag morgens um drei mit drei Promille im Blut und denke, da muss jetzt jemand sich um den Problem mit meiner Zylinderkopfdichtung kümmern,
Justus kann ich nicht erwarten.
Stefan Ja, aber ich meine, das ist doch so, wir haben Schulen, wo den Kindern der Putz auf die Decke fällt, und dann reden wir darüber, dass es irgendwelche Schulhandys gibt. Also ich mein, klar, natürlich sehe ich das genauso wie du, dass die Lehrer da ganz anders aufgerüstet werden müssen, aber dafür musst du halt irgendwie.
Justus Das ist doch absurd, wenn sie noch nicht mal ein Laptop haben, also.
Stefan Bei uns, bei meiner Frau an der Schule, gibt's einen Computer, der steht im Lehrerzimmer, das Lehrerzimmer, das ist quasi ein großer U- oder rechteckig angeordneter Tisch, wo jeder irgendwie seine halben Meter Platz hat, und da steht er in der Ecke und er hat noch Windows XP drauf.
Justus Aber mal ganz ehrlich, wie soll denn eine derartige technische Infrastruktur und Leute, die mit so etwas umgehen, Menschen, die in dieser Gesellschaft groß werden und die in diese hochtechnische Gesellschaft reingehen, auch nur annähernd adäquat einführen.
Justus Das das ist doch absurd, das ist doch so, als wir, als als als als würde ich eine Fahrschule mit einer Dampfmaschine betreiben.
Stefan Ja, aber mit unseren Schulen ist es ja genauso wie mit unseren Autobahnen, muss sich da wundern, dass überhaupt noch irgendwas.
Justus Ja, aber es steckt auch ein typisch deutsches Mindset dahinter, also da steckt auch, also die,
Justus ehrlich gesagt sehe ich das bei dir auch ein bisschen mit dem, was du da gerade sagst mit Entschleunigung und Langsamkeit, ne. Ich hatte letztens 'ne Diskussion von Menschen, die sagen: Ach ja, das Funkloch, ich finde das eigentlich ganz nett,
Justus wenn ich dann da mal keinen Empfang habe, da kann ich so ein bisschen zur Ruhe kommen. Da bin ich hier ausgerastet, weil ich sage, dir ist
Justus die kulturelle Errungenschaft der Aus-Knopf an deinem Handy, das kannst du ausmachen und dann bist du,
Justus quasi in deinem eigenen persönlichen Funkloch, aber nur weil du das gerne möchtest, müssen alle anderen, die da leben, ihr Haus haben und so was, auch abgehängt sein,
Justus und so ungefähr klingt das mit dem, was du auch mit der Entschleunigung gerade sagst. Es ist so
Justus deutsches Mindset, wo drinsteckt, ist doch eigentlich besser, wenn wir es wenn wir es machen so wie früher und langsamer, dann ist es ja auch schöner und ehrlicher und auch ein bisschen grüner und Salat und Jutebeutel und so ein Scheiß.
Justus Sorry.
Stefan Ja gut, aber es ist ja, es ist ja so, dass dass wir, dass du ja von so einer Utopie sprichst, wo irgendwie Lehrer irgendwie Dienstlaptops oder Diensthandys, das ist ja quasi ein,
Stefan wie von einem anderen Planeten, es ist sehr komplett unrealistisch,
Stefan zwei Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, die die Lehrerin irgendwie tritt der WhatsApp-Gruppe bei, ja,
Stefan und hat irgendwie nach zwei Wochen, zwei Wochen nach nach nach Schulbeginn ihren ersten Burnout, ja, weil sie irgendwie von Scheiß überrollt wird.
Stefan Oder du kannst halt einfach sozusagen einen Scheiße-Puffer einbauen und das ist halt eben die Postmappe, wo die Eltern halt irgendwie einfach, dann, wo das halt alles so ein bisschen, wo du halt irgendwie vorher überlegst, irgendwie muss ich das jetzt alles irgendwie.
Stefan Wo sich das jetzt alles irgendwie per Hand in so eine Postmappe reinschreiben oder wird sich das von alleine erledigen? Ah ja, warten wir mal ab, und dann erledigt sich in den meisten Fällen von alleine und.
Justus Gerade das, was ich gesagt habe, du du du brauchst
Justus nicht die Lehrerin in der WhatsApp-Gruppe, das ist natürlich gaga, das ist auch so so anarchistische,
Justus Technologie benutzen funktioniert, Piratenpartei hat man gesehen, da zerlegen sich die Leute, das,
Justus alles nicht. Natürlich kann die Lehrerin das nicht leisten, den ungefilterten Bullshit der Eltern vierundzwanzig Stunden beantworten zu müssen. Aber da muss man da eben einen Filter einbauen.
Justus Wie der jetzt aussieht, weiß ich nicht.
Hessi Sehr gut, den haben wir ja,
Hessi den haben wir mit der, mit den Elternsprechern ja. Und ich meine, das ist ja auch relativ gut. Die beiden haben den Kontakt, in Kontakt zur Lehrerin. Wir haben den jetzt auch tatsächlich einmal gebraucht, weil es ein neues Thema: Hausaufgaben.
Hessi Wir haben tatsächlich Hausaufgaben über die Ferien aufbekommen und wir sind fast vom Glauben ab-
Hessi gefallen und mussten jetzt nochmal nachfragen, was das denn bitte zu bedeuten hat, weil der Satz so irritierend formuliert war.
Hessi Da hat uns auch die Elternsprecherin sehr gut geholfen, an der Stelle nochmal den Kontakt direkt mit der Lehrerin beim-
Hessi aufgebaut und dann nochmal zu sagen, okay, was bedeutet das, was muss jetzt der spezifische Schüler da tun, ja.
Hessi Und deswegen kann ich mich jetzt kaum beschweren. Ich meine, mit dieser WhatsApp-Gruppe, in der sie nicht drin ist, plus dem direkten Kontakt aus Leuten daraus, die sagen, okay, wir wissen alle nicht, was los ist, fragen wir bei der Lehrerin nochmal nach.
Hessi Das klappt ganz gut. Mei, was soll ich sagen, bei uns ist es halt wieder perfekt, wie immer, ist halt Bayern.
Justus Reden wir über Hausaufgaben.
Stefan Lass uns doch über Hausaufgaben reden. Das nächste kontroverse Thema.
Hessi Oh, halleluja. Habt ihr, okay, okay, ich fange an: Habt ihr Hausaufgaben äh von Freitag auf Montag?
Justus Ich hatte noch keinen Montag, ich muss ehrlich gesagt ...
Justus Hatte bisher nur Freitag, und ganz ehrlich, ich müsste jetzt mal die Postmappe gucken, was da drin ist.
Hessi Da stehen die Hausaufgaben aber nicht drin, die Hausaufgaben.
Justus Ja, das, das gibt's auch, stimmt, dann.
Stefan Da musst du deine Tochter aber noch schnell aufwecken: „Du hast morgen [unverständlich]!“
Justus Ja,
Justus wer, aber was, was, was, nee, aber ich kann tatsächlich etwas Substantielles beitragen. Wir hatten tatsächlich einen gelben Zettel auf dem Hausaufgabenheft draufgeklebt, wo draufsteht: Bitte die Hausaufgaben von gestern nachholen. In der allerersten Woche.
Justus Und ich hab mich schon wieder gefühlt, als wäre ich selber in der Schule. So eine Mischung aus schlechtem Gewissen und schlechtem Gewissen.
Justus Nein, aber wir haben nicht, wir haben nicht von Freitag auf Montag.
Hessi Okay, weil wir haben nämlich,
Hessi und es bringt unser gesamtes Konzept durcheinander, weil wie gesagt, Kind ist im Hort, Kind macht im Hort die Hausaufgaben, funktioniert super. Kind hat sich neulich mal beschwert, dass das total doof ist, weil er dann der Einzige gefühlt ist, der noch
Hessi potenziell Fehler in seine Hausaufgaben hat, weil alle Eltern mit ihren Kindern zusammen ihre Hausaufgaben machen und da wird jeder Fehler rauskorrigiert. Ja, mir wurde auch im Hort,
Hessi mir wurde auch im Hort gesagt, dass sie keine Korrektur – sie machen nur eine Kontrolle Vollständigkeit, aber keine Korrektur auf Richtigkeit. Die wäre bei mir. Und ich hab, ich hab zurückgefragt:
Hessi Warum genau soll ich die Hausaufgaben auf Richtigkeit kontrollieren? Sollen die Lehrer nicht ein Feedback bekommen, wenn das nicht verstanden wurde?
Hessi Ist die Aufgabe, dass die Hausaufgaben grundsätzlich korrekt abgegeben werden?
Justus Von den Eltern?
Hessi Lebe ich in der falschen Welt oder leben alle anderen in der falschen Welt? Es ist wirklich so, wie viele, wie viele Geisterfahrer muss es geben, damit ich weiß, wo die richtige Seite ist?
Hessi Ich war total irritiert. Nichtsdestotrotz, mein Sohn hat sich tatsächlich eine Zeitlang mal beschwert, dass er der Einzige war, der noch Fehler in seinen Hausaufgaben hatte. Also hab ich ungefähr anderthalb Wochen mit ihm durchgezogen, jeden Abend seine Hausaufgaben durchzugucken.
Hessi Danach hat er auch gar keinen Bock gehabt, weil ich tatsächlich Fehler gefunden hab und er auch Scheiße,
Hessi und jetzt nimmt er die Fehler lieber wieder mit. Ja, was ich auch besser finde, ehrlich gesagt, weil die Lehrerin soll ja sehen, wo was nicht verstanden wurde, ja.
Hessi Äh, wobei ich gerade – genau, aber es bringt unser Konzept durcheinander, weil wir haben nämlich Hausaufgaben auf von Freitag auf auf auf Montag und zwar deutlich mehr als an anderen Tagen.
Hessi Jetzt kommt das Kind freitags aus dem Hort zur gleichen Zeit nach Hause wie an allen anderen. Samstag und Sonntag sind
Hessi tausend anderen Sachen voll, mit Sport, mit Einkaufen, mit Ausflüge, mit sonstwas. Das heißt,
Hessi wieder machen wir das Samstagmorgen? Freitagabend keine Chance, weil – ach so, ja, das habe ich – am Freitag
Hessi im Hort, der zur Schule angeschlossen ist, gibt es nämlich keine Hausaufgaben.
Hessi Hätten die Kinder ja potenziell die Zeit, das auch übers Wochenende zu machen, ja.
Hessi Die Zeit ist nicht da, weil samstagmorgens zeigt mir mein Kind den Vogel und sagt, ich mach doch jetzt keine Hausaufgaben, es ist Samstag. Ja, also haben wir jeden, grundsätzlich
Hessi jeden Sonntag um siebzehn oder achtzehn Uhr den Riesenkrieg hier. Du hast ja deine Hausaufgaben noch gar nicht gemacht! Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott! Okay, lass das Ausmalen weg, mach nur schnell die Mathe-Sachen. Also wird grundsätzlich schon mal übers Wochenende keine einzige Ausmal-Hausaufgabe gemacht, weil das ist ja eh Bullshit.
Hessi Sondern nur die Schreiben-, Lesen- und äh und ähm Mathe-Hausaufgaben, ja.
Hessi Weil ich bin so irritiert, und egal wen ich frage, alle anderen Schüler haben das nicht, alle anderen Eltern haben das nicht. Wir scheinen die Einzigen zu sein, die von Freitag auf Montag Hausaufgaben machen, und ich bin so genervt.
Stefan Boah, also in, in Niedersachsen gibt es auch ein Verbot, dass freitags, also es ist auch übers Wochenende keine Hausaufgaben aufgegeben werden dürfen. Muss mal gucken da, da in der bayerischen Schulordnung. Punkt. Also habe ich auch schon lange nicht mehr gehört.
Hessi Vielleicht muss ich in die WhatsApp-Gruppe schreiben.
Stefan Weil das ist eine totale Katastrophe. Es gibt auch dieses berühmte Spiegel-Ding, wo sie im Spiegel einen Artikel geschrieben haben und da gesagt haben, dass Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch.
Justus Das gefällt mir wieder.
Stefan Ja, wie siehst du denn die Hausaufgaben, Justus? Findest du, dass das sinnvoll ist oder ist es ...
Justus Also die Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch, finde ich eigentlich wirklich eine sehr, sehr schöne Sache, weil
Justus also wenn ich so an meine eigene Schulzeit denke, ich habe natürlich unglaublich ungern Hausaufgaben,
Justus weil das auch damit verbunden war, dass man in seinem eigenen
Justus Zimmer alleine sitzen musste und eigentlich die ganze Zeit aus dem Fenster geguckt hat und
Justus hatte aber gleichzeitig diesen Stapel an Dingen, die da gemacht werden mussten. Ich habe Hausaufgaben tatsächlich sehr oft nicht gemacht und,
Justus ich finde Hausaufgaben auch kein, kein sinnvolles Konzept. Ich sehe das Konzept
Justus als richtig an, dass man durch Wiederholung und durch in einem anderen Zusammenhang nochmal sich mit gleichen Inhalten zu beschäftigen, dass das sinnvoll ist. Aber
Justus ich finde, es muss, muss eigentlich ohne Hausaufgaben gehen.
Justus Das Hausaufgaben kann einen halt auch tatsächlich in Stress und in so eine Teufelsspirale bringen. Dann werden's immer mehr, dann musst du welche nachholen.
Justus Ich finde das, finde es kein gutes Konzept. Ich finde, die Arbeiten, die Arbeit muss in den gefassten Rahmen gefasst werden
Justus und da stattfinden. Deswegen gehe ich bei Radio Bremen zu mir ins Büro und mache all meine Arbeit, und wenn ich nach Hause komme, dann will ich nicht noch zuhause mit meinem Chef telefonieren oder irgendwelche E-Mails beantworten. Nee, also ich bin da inzwischen relativ
Justus klar, auch Arbeit zu trennen. Und ich finde, Kinder sollten eigentlich auch ein Recht darauf haben.
Stefan Meine ist ja das total Witzige bei diesem Hausaufgaben, oder auch das Traurige, ne, das ist ja wirklich mittlerweile Studien über Studien gibt, die ganz klar zeigen, dass Hausaufgaben,
Stefan komplett unsinnig sind.
Justus Ist das so.
Stefan Ist so, also es gibt auch keinen Zweifel mehr dran und es hat zum Beispiel so, dass das sozusagen eines als der großen Kernpunkte des finnischen Schulsystems ist, ne, was ja,
Stefan berühmt ist, weil die immer PISA ersten Platz machen und alle irgendwie ihr Schulsystem so hinbiegen wollen wie die Finnen,
Stefan Finnen geben also, es gibt keine Hausaufgaben, machen sie nicht.
Stefan Die wollen, dass die Kinder nachmittag spielen und Zeit haben, irgendwie sich von der Schule zu erholen und irgendwie ihren Interessen und Fähigkeiten nachgehen können und nicht irgendwie dann noch an den Schreibtisch gezwungen werden,
Stefan ne, wie gesagt, es gibt da ganz viele Vergleichsstudien, wo halt irgendwie Klassen Hausaufgaben gekriegt haben, die anderen nicht, in sämtlichen Fächern, Diktat, Mathe, Pipapo, wo halt rauskommt, dass der Unterschied zwischen den Schülern, die Hausaufgaben machen, und denen, die nicht, dass der quasi,
Stefan nicht da ist.
Justus Ich sage mal, macht dann lieber noch 'ne Stunde länger oder irgendwie eine Nachmittagsbetreuung oder sonst was, aber lass das dort, wo es hingehört, in die Schule.
Stefan Genau, es ist so, gute Schüler werden nicht besser durch die Hausaufgaben und schlechte Schüler kapieren es nicht, wenn sie es zu Hause machen.
Stefan Das Einzige, was du halt eben hast, das, was einem Hessi erzählt, du hast halt Riesenstress und Ärger zu Hause.
Stefan Du hast, es gibt da so ein so Nebensatz, Hausaufgaben können aufgegeben werden, aber sie müssen sinnvoll sein,
Stefan heutzutage dieses, jetzt mach mal alle irgendwie Matheheft Aufgabe zwölf a bis zwölf d, ja, das ist totaler Bullshit.
Stefan Sondern wenn, dann muss es sozusagen auf den Lernstand des Kindes abgestimmt sein, sinnvoll sein.
Stefan Und was halt wichtig ist, ist halt eben die gute pädagogische Begleitung,
Stefan deswegen mag das in so einem Ganztagskonzept, wo wo Hessis Sohn drin ist, noch wie einigermaßen,
Stefan wenn da genug Lehrkräfte sind, die das auch wirklich.
Stefan Gut.
Stefan begleiten, dann nochmal gucken, wo hängt es, vielleicht noch ein bisschen was nacherklären können, aber dieses zu Hause, ne, am Wochenende irgendwie die Eltern so zwingen, mit ihren Kindern sich hinzusetzen, das ist halt ein Drama. Ich mein, ich hatte das auch mit meinem Vater,
Stefan ne, meine Mutter irgendwie, wie gesagt, Volksschule, mein Vater Realschule, und dann hieß es irgendwann, jetzt machst du den, macht Hausaufgaben mit dem Kind, ja, ich irgendwie so, ich kapiere nichts,
Stefan mein Vater, der irgendwie nach zwei Sekunden, wenn ich irgendwas nicht sofort verstanden hab, in die Luft gegangen ist, mich irgendwie angepflaumt hat, was ich für ein Depp bin und das müsste man doch kapieren und so,
Stefan und das führt halt dann dazu, dass die, dass die Hausaufgaben einfach da komplett irgendwie Sinn verfehlen.
Hessi Gegen-, Gegenargument, von dem ich selber nicht weiß, ob ich's vertreten, ich möchte trotzdem mal bringen, also das, was halt Justus schon die ganze Zeit gemacht hat, äh, was.
Hessi Du musst, früher oder später hast du Fächer, in denen du tatsächlich etwas tun musst, als schönstes Beispiel wieder anekdotisch Latein, Französisch. Also du hast diese Fächer, in denen du tatsächlich was lernen musst, ja, und das kannst du nicht komplett alles in der Schule machen, das heißt, du musst irgendwann tatsächlich,
Hessi lernen, wie man zu Hau-, oder wie man,
Hessi außerhalb des festen Rahmens in der Klasse
Hessi nochmal zusätzlich irgendwas lernt und mit etwas umgeht. Und das ist das, was mich jetzt wieder, das anekdotische Beispiel, total zerlegt hat in der fünften Klasse, weil ich habe keine Ahnung, wie ich durch die Grundschule gekommen bin, aber gefühlt habe ich nie Hausaufgaben gemacht, ich war einfach in der Schule,
Hessi ich hab alles verstanden,
Hessi bin dann nach Hause gegangen, bin wieder in die Prüfung, oder wie hießen die Dinger damals, hab es vergessen, und hab da eine Eins geschrieben, weil ich hatte es halt im Kopf, das war halt so, und in der Fünften hab ich halt einfach gedacht,
Hessi Shit, man muss was tun zu Hause, ja, ich hatte keinerlei Handwerkszeug an der Hand, um irgendwie damit umzugehen, und,
Hessi dann dann sollen die, ich weiß nicht, ob es richtig ist, aber,
Hessi deswegen bin ich ganz froh, dass mein Sohn weiß, er muss auch noch was tun, er muss Sachen nochmal nachüben, er muss Sachen nochmal tun.
Hessi Er macht gefühlt die gleiche Aufgabe nochmal fünfmal, gleichzeitig die zum ersten Mal schon in der Schule gemacht hat, einfach um ein besseres Verständnis zu bekommen, um das nochmal nachzufassen, Übung steht, es steht, der Tropfen höhlt den Stein, Übung macht den Meister, das lernt er grade und das sehe ich, dass er das lernt.
Hessi Und gefühlt hatte ich das damals nie gelernt und die Hausaufgabe kann ein geeignetes Mittel sein, aber du hast die Studie gelesen, habe keine einzige Studie dazu gelesen, ich weiß es nicht.
Stefan Ja also
Stefan wie gesagt, es ist ja auch das, was ja oft einfach so ist, dass man eben so so vom gesunden Menschenverstand her würde man denken, so, das bringt doch was, das muss doch, die Kinder wiederholen es und das festigt sich dann und Pipapo, ne, und dann hast du da irgendwelche Leute, die halt so
Stefan blöde Studien machen und die sagen dann auf einmal, nee, es ist vollkommen irrelevant für den Wissensfortschritt der Kinder. Natürlich ist es so.
Stefan Es gibt Fächer, da muss man lernen, ja, Vokabeln oder irgendwas, das musst du üben, da brauchst du Wiederholung, ja, das ist überhaupt keine Frage, aber die Frage ist halt eben auch, welche Art von Wiederholung es halt eben sein muss, und da ist halt auch einfach sozusagen diese,
Stefan diese Individualität halt total wichtig, zum Beispiel die besten Leute bei uns in der Schule in Englisch, ja, das waren die Metaller,
Stefan und es waren die Leute, die halt zu Hause halt irgendwie hingehockt haben und halt die Texte ihrer Metal-Bands übersetzt haben und, ne, und.
Hessi Natürlich, deswegen war ich in Englisch, Französisch nicht gut, weil ich gelesen und.
Stefan Ja, ganz genau,
Stefan und dann geht's halt eher darüber zu gucken, so, wie kriege ich die Kinder dazu, sozusagen, ne, welchen Hebel kann ich finden, um den Kindern leicht zu machen, das zu lernen,
Stefan und nicht irgendwie sagen, jetzt lesen alle bis morgen den Text irgendwie im Englischbuch, wie Mary.
Stefan [Englischer Beispielsatz teilweise unverständlich], ja.
Hessi Ja, aber du hast halt immer, du hast immer Sachen, die dich interessieren, und Sachen, die dich nicht interessieren, ja, es ist halt leider so, deswegen gibt's ja auch in späteren Sachen, sei es jetzt die Kollegstufe, sei es das Studium, auch die Spezialisierung, dass du dann das, den, den gesunden, ähm, das gesunde Basiswissen über sämtliche Sachen hinweg, welcher Baum ist was, dass du auch danach wieder vergessen darfst, bestes Beispiel bin ich,
Hessi dass du dir soweit angeeignet hast, dass du dann in das Spezialgebiet des Themas gehen kannst, das dich interessiert, und feststellst, dass da genauso viel Scheiß ist, der dich nicht interessiert. Gut, anderes Beispiel.
Hessi Aber du musst ja ein Basiswissen haben und das Basiswissen muss ich mir aneignen und natürlich, ich werde kein Hobby finden, bei dem mich plötzlich HSK anfängt zu interessieren, das hat mich nie interessiert, es war immer doof, ja, und da kann ich noch so viele Bäume pflanzen.
Justus Ist eigentlich das hat.
Stefan Ja, aber ne, siehst, war über andere Sachen, zum Beispiel Mathe, ne, da geht's ja nicht darum, dass du irgendwie hundert Mal irgendwie drei mal drei rechnest, sondern, oder vielleicht gleiches Beispiel, aber du musst halt eben kapieren, wenn wenn du den Schlüssel hast
Stefan zu dieser Lösung, wenn du weißt das, sagen die sich, was ich, was ich.
Stefan Keine Mathe nix mehr, aber wenn du weißt, irgendwie Kurvendiskussion, Integral ableiten, blablabla, ja, da geht's ja nicht darum, dass du irgendwie eine Million Mal irgendwie Integral ableitest und dann irgendwie es erst,
Stefan sozusagen richtig geübt hast, sondern es geht ums Verstehen, ja, du musst sozusagen.
Hessi Ich weiß genau, was du meinst, Mann ey, ich hatte das beste Beispiel während des Studiums in der höheren Mathematik, wir saßen zu tausendzweihundert Leuten in Höhere Mathematik eins und zwei, äh, Hälfte Informatiker, Hälfte E-Techniker, dann saß der Herr Doktor Professor da vorne, der Professor Lasser hieß er, stand da vorne und hat gemeint,
Hessi so, jetzt machen wir die Cauchy-Schwarzsche Ungleichung, und das war was anderes, ist wurscht,
Hessi und nur damit Sie es wissen, sehr geehrte Herr Techniker, des brauchen's dann und dann und dann und das macht äußerst Sinn, ja, und die Hälfte der Hörsaal es macht,
Hessi ah natürlich, und hat ein praktisches Beispiel, ja, und dann schaut er, sagt, ja mei, bei Ihnen tut's mir leid, da fällt mir jetzt echt kein praktisches Beispiel,
Hessi brauchen Sie, müssen es halt einfach lernen, und ja, herzlichen Dank.
Justus So ist es halt immer in der Schule.
Hessi Ja, super, aber ich kann es nicht ändern, es ist halt so.
Stefan Ja.
Stefan Manche Sachen muss man durch, aber ich kann nur sagen, Hausaufgaben bringen nix. Wenn Hausaufgaben, dann nur individuell auf die Schüler abgestimmt und pädagogisch richtig.
Stefan Weil ansonsten kommt halt einfach dazu, dass du einfach dann zuhause nur Druck und Stress hast und halt einfach die Zeit fehlt, ne. Ich meine, ist mein, für solche Familien wie deine oder natürlich auch unsere, ich meine.
Stefan Es bleibt halt unheimlich wenig qualifiziert, Qualitätszeit für die Familie. Ja, du, die Kinder sind lange weg, du kommst selber nach Hause, alles in kaputt, Pipapo.
Stefan Da bleibt dir das Wochenende, um einfach sozusagen deine Familienbande zu pflegen, irgendwie Zeit mit der Qualitätszeit mit deinen Kindern zu verbringen, irgendwie,
Stefan gute Zeit zusammen zu haben, ja. Und dann scheißt dir deine Lehrerin da irgendwie so verschissene Mathe-Hausaufgaben rein, was einfach ein Verbrechen ist meiner Meinung nach.
Hessi Das war auch eine der die ich hier auch im Podcast noch rüberbringen wollte, auch jetzt gerade an dich, Justus, das ist echt,
Hessi krass, also der Switch von von äh
Hessi von von Kindergarten auf Schule ist echt der Hammer. Du stehst plötzlich da und hast, fühlst selber einen Leistungsdruck, den du dir so echt, den du gefühlt nicht erwartet hast. Also zumindest ich mit meiner Historie, ich habe den so nicht erwartet, ich bin echt reingefallen, ja.
Hessi Ich glaube, ich mehr als mein Sohn.
Justus Du hast ihn plötzlich als Eltern auch, ne.
Hessi Ja klar.
Stefan Aber wir sind ja noch privilegiert, ne. Mein, letztendlich ist es so, steht außer Frage, dass unsere Kinder,
Stefan egal auf welche Art und Weise irgendwie Abitur machen werden, weil wir eben unsere Kinder kennen und wissen so, die sind nicht dümmer als hier, die machen ja Abitur, ja. Aber überleg mal, wie es an anderen Leuten geht, die halt eben nicht diesen Background haben.
Hessi Nicht nicht nicht Deutsch als Muttersprache.
Stefan Genau, oder halt irgendwie nicht selber aufs Gymnasium waren oder studiert haben oder so, ne. Da weißt du halt eben einfach schon, warum Deutschland einfach so ein Standessystem ist, was das angeht.
Justus Ja, hey, du hast es ja, du hast den Begriff ja öfters mal in der Sendung schon gesagt, Privilegien.
Justus Es ist sicher so, dass wir als weiße, heteronormative Menschen mit einem gewissen Bildungshintergrund sicherlich Vorteil haben, unsere Kinder auf eine Schiene zu führen,
Justus die sie genauso privilegieren wird, wie es bei uns der Fall ist, also.
Hessi Ja, also, wir kämpfen zumindest nicht, wir kämpfen, genau, wir kämpfen nicht mit Ungleichheiten, sondern wir kämpfen höchstens gegen unseren eigenen und den Schweinehund unserer Kinder, und das war's, ja.
Justus Genau,
Justus lass uns mal noch über eine Sache reden, die interessiert mich zum einen ganz praktisch, auch jetzt gerade, weil sich der Kindergarten ja bei mir im Alter verändert hat hin zum Schulalltag, und zwar: Wie kriegt man eigentlich
Justus diese Schule mit seinem Arbeitsalltag überein?
Justus Beim Kindergarten war das ja noch relativ einfach für uns, der ging einfach relativ lang, das nahezu sechzehn Uhr, danach konnten wir immer noch eine Stunde Oma akquirieren, dann ging's bis siebzehn Uhr, quasi damit, das war, konnte so einen Arbeitstag ab-
Justus decken. Die Schule ist jetzt um zwölf zu Ende, das stellt uns vor ein Problem. Wie macht ihr das?
Hessi Ich hatte es ja schon erwähnt, also wir haben einen angeschlossenen Hort. Wir haben zwei Sachen: Wir haben eine Mittagsbetreuung in der Schule und einen angeschlossenen Hort. Das sind zwei komplett unterschiedlich getrennte Gruppen.
Hessi Die Mittagsbetreuung geht bis maximal fünfzehn dreißig und ist wirklich nur ein, da ist das Kind aufgehoben und kann äh äh quasi wie in der Pause mit einer Pausenbetreuung machen, was es will, und kriegt was zu essen.
Hessi Und der Hort ist tatsächlich durchstrukturiert mit festen Gruppen, mit einer festen Hausaufgabenzeit, mit
Hessi festen Programmen, mit Arbeitsgruppen, die sie haben, wo die sich halbjährlich eintragen,
Hessi und gibt mindestens bis vier und maximal bis halb sechs.
Hessi Natürlich, wie überall in, oder wie in Bayern oder in den Großstädten, nä, sind die Räume sehr begrenzt, oder die die Plätze sehr begrenzt, für beides davon. Es gab natürlich deutlich mehr Bewerber für beides davon, als Plätze gab.
Hessi Privilegiert wurden die, bei denen beide Eltern nachweisen konnten, dass sie vollzeit arbeiten.
Hessi Das heißt, entsprechend haben wir auch relativ ohne Probleme Platz bekommen. Eine gute Freundin von mir zum Beispiel, die äh vor, jetzt muss ich lügen, einem Jahr,
Hessi ein Kind bekommen hat,
Hessi hat beides von beiden nicht bekommen, weil sie noch einen Monat nach Schulanfang daheim geblieben ist und das Kind erst danach einen Hortplatz, also einen Kinderhortplatz bekommen hat. Und dann hieß es: Ja, du bist ja eh daheim,
Hessi dass es nur einen Monat lang gilt, ja. Und dass jetzt dieser dieser Status, dieses, das Kind geht um zwölf nach Hause, ein ganzes Jahr lang, ist, ja, der hat dann irgendwie nicht gegolten. Und sie stand wirklich mit offenem und dann sagt, ok, ich hätte mein Kind Monat früher bekommen müssen, das funktioniert.
Hessi Also es ist ein Problem. Wir haben Glück, für uns läuft jetzt sehr, sehr gut, der Hort läuft gut.
Hessi Die einzige Problematik, die wir haben, um jetzt gleich bei mir abzuschließen, ist, dass wir beim Kindergarten war immer relativ frei. Wir haben voll gebucht
Hessi und konnten dann abholen, weil wir wollten, das haben die Kinder immer sehr genossen, also wenn einer von uns früher da ist, oder
Hessi machen wir uns nichts vor, das sag ich jetzt so, aber das war quasi nie der Fall, wenn Großeltern sie mal abholen wollten, was sie auch fast immer gemacht haben, ich mein, wir sind wahnsinnig auf Großeltern angewiesen, wir haben sechs Stück davon,
Hessi dann.
Hessi Konnten wir einfach sagen, ihr könnt euch schon, zwei ist, Wetter ist schön, holt ihn zwei ab und geht mit ihnen zum See oder sonst was. Das ist jetzt vorbei, weil der Hort,
Hessi ist fest gebucht, das Kind muss bis zu dem Zeitpunkt bleiben. Das heißt, der eine kann trotzdem noch um zwei im Kindergarten, der zweite, jawohl, Hort ist fest gebucht, der zweite kommt nicht
Hessi früher nach Hause. Hat auch insofern den Nachteil, als wir zum Beispiel keinerlei Nachmittag-
Hessi für das Kind buchen können, so nach dem Motto, der möchte jetzt Leichtathletik, das ist halt jeden Donnerstag um drei,
Hessi das geht nicht, weil Hort muss jeden Tag bis mindestens vier gebucht werden und es gibt keine Ausnahme, außer vielleicht mal, der heiratet oder da gibt's einen äh Todesfall in der Familie. Aber du kannst nicht sagen, einmal in der Woche
Hessi möchte ich grundsätzlich mein Kind um drei abholen, das geht nicht.
Justus Das Kind denn gerne in diesem Hort?
Hessi Also, der liebt den Hort. Ich glaube, wo wo er sehr aufgeht, ist, dass die Gruppen altersmäßig verteilt sind. Das heißt, es ist nicht so, dass da nur Erstklässler sind, sondern da ist von Ersten bis Vierten alles.
Hessi Die Gruppen sind einfach sauber, sind fünf, vier oder fünf Gruppen, ich müsste lügen, ich will sie nicht, weiß es nicht genau, äh, müssten fünfzehn, zwanzig, egal, und ähm.
Hessi Er kommt halt sehr gut damit klar, auch mal mit Dritte oder Vierte was zusammen zu machen. Viele seiner guten Freunde sind, also wenn er von Freunden redet, redet da fast immer von Hortleuten und selten von Schulleuten. Teilweise sind die gleichen, ich glaube, drei Leute, zwei Leute in seiner Klasse,
Hessi wir sind zu dritt, die im gleichen, die gleiche Gruppe sind, aber ansonsten sind seine Freunde aus dem Hort, und die sind von der ersten bis zur vierten Klasse quasi gleich verteilt.
Hessi Und das genießt er, glaube ich, dass da viel weniger Pecking Order ist, viel weniger Mobbing dadurch ist, was wirklich komisch klingt, aber so ist, weil einfach automatisch klar ist, dass ein Viertklässler einem Erstklässler irgendwie gegenüber dasteht und es weniger Kampf zwischen denen gibt.
Hessi Das ist glaube ich für ihn echt eine tolle Sache, und er liebt den Hort absolut. Das war's von meiner Seite.
Justus Ich gucke jetzt hier gerade, wie lang unser Hort hier wäre, aber sicherlich,
Justus halb sechs, das finde ich ja echt eine Hausnummer.
Justus Die Kinder, das zusammen, also ist das nicht ein bisschen viel?
Hessi Also, wir haben tatsächlich nachträglich geändert. Wir hatten ihn ursprünglich äh jede Stunde, jeden Tag bis fünf gebucht.
Hessi Wir haben jetzt zwei Tage auf vier runtergemacht, äh, zum einen, weil er dann an einem Tag noch zum Sportding geht, es um vier anfängt, das um
Hessi fünf anfängt, aber er geht dann aus dem Hort raus, geht dann darüber, da braucht er fünfzehn Minuten hin,
Hessi und dann ist er da zwanzig Minuten früher, kann sich da irgendwo in die Ecke setzen und kann noch ein bisschen was lesen. Das findet er ganz angenehm, das ist ja nicht so gestresst, dass er da super schnell hin muss.
Hessi Und am zweiten haben wir einfach gesagt, da gehst du um vier nach Hause, damit du nicht so super lang ... Es ist dann immer der Montag, keine Ahnung warum, aber,
Hessi er mag es, er mag es, so lange da zu bleiben. Er freitags,
Hessi auch theoretisch schon um halb fünf abgeholt werden, da gibt's eine fließende Abholzeit,
Hessi er hasst es, er hasst es, wenn ich irgendwie mal zufälligerweise, also bei meiner Frau ist es das gleiche, wenn wir zufälligerweise eine S-Bahn früher heimnehmen und dann irgendwie um halb fünf da stehen, du gehst jetzt wieder, du kommst um fünf, wir haben fünf vereinbart.
Hessi Und das ist für ihn super wichtig und das findet er auch toll. Aber ja,
Hessi was ich vorhin gesagt habe, gilt: Danach ist er durch. Ja, er findet das gut, dort zu sein, aber danach ist er doch, ich kann, du kannst nicht erwarten, dass ich irgendwas aus der Schule erfahre von ihm.
Hessi Das ist für ihn schon Ancient History, was dort passiert ist.
Justus Klar, ich find's aber interessant, dass ihr tatsächlich in Bayern auch so lange Betreuungszeiten habt. Ich habe
Justus hier mal nachgeguckt, bei uns in Niedersachsen, plattes Land, es war nah bei Bremen dran, aber eigentlich also politisch plattes Land, da geht dieser Hort bis fünfzehn Uhr, ist die Maximalzeit.
Justus Und das ist mir auch schon beim Kindergarten aufgefallen, er geht halt bis vierzehn Uhr, ne. Und der.
Stefan Bayern muss länger arbeiten, weil die Immobilienpreise, Mietpreise.
Justus Ja, und der Gedanke, der dahinter steckt, ist halt hier strukturell ganz klar, es ist sowieso eine Frau zu Hause, ganz klar.
Justus Das wird, da denkt man gar nicht darüber nach, das ist eigentlich für, damit die Frauen ihre Wäsche noch machen können,
Justus am Vormittag und am Nachmittag irgendwie so ein bisschen noch,
Justus tatsächlich ein Problem. Wir können uns damit auch nur behelfen, indem wir jetzt tatsächlich eine Kinderfrau noch anstellen für diese Randzeiten, die halt dann hier zu Hause ist und die Kinder in Empfang nimmt,
Justus ab von fünfzehn bis achtzehn Uhr ungefähr. Sonst geht das nicht, die einzige Möglichkeit wie.
Justus Und auch das muss man sich irgendwie wieder leisten können und also es ist.
Stefan Ja, man muss auch wieder eine Kinderfrau finden können, ne, das ist ja auch, also ich weiß nicht, wie es bei euch ist so, aber hier in der Stadt, das ist echt ein Drama.
Justus Ja, das ging hier tatsächlich ganz gut. Aber ich bin da, bin da grade mal ganz positiv überrascht von Bayern, weil man hört eigentlich da, was was so Kinderbetreuung angeht, immer nur Schlechtes drüber, kaum Kindergartenplätze und all das.
Justus Es ist ja sehr arbeitnehmerfreundlich.
Hessi Ja gut, ich meine, wir haben alle Angst gehabt,
Hessi dass wir es nicht bekommen, ja. Also ich meine, bei beiden Kindern war es immer so, bekommen wir einen Hortplatz oder in der Tagesmutter, bekommen wir einen Kindergartenplatz, ist der dann lang genug, weil auch da gab es wieder Pecking Order, wie lange darf man oder wie viele dürfen in den Nachmittagsdingen auch so lange bleiben, bekommen wir den Hortplatz.
Hessi Wir haben immer Glück gehabt,
Hessi könnte natürlich daran liegen, dass äh ich keinerlei Gehaltsdinge dahin schicken muss, weil klar ist, ich zahl der Maximalbetrag, keine Ahnung, ja. Aber äh,
Hessi ich weiß nicht, woran es liegt, bei uns hat es bisher immer geklappt. Aber ich weiß genug, ich kenne genug, bei denen es in keinster Weise geklappt hat, haben keinen Hortplatz bekommen, haben keinen Kindergartenplatz bekommen, äh haben keinen Tagesmutterplatz bekommen, ja.
Justus Ich glaube, dass die, diese coole Sache, die du ansprichst, die ist gar nicht so so wenig wert,
Justus das, da dürfen die zwar nicht sagen, aber bei uns war es auch immer, dass wir Maximalbetrag bezahlt, und da hatten wir schon, und hatten aber, sowas Platzvergabe anging, nie ein Problem,
Justus und andere plötzlich ja schon.
Hessi Ja, wobei gut, ich mein, ich ich will jetzt nicht, wie es klingt, aber du kannst ja hier noch nicht mal meine Miete leisten, wenn du nicht den maximalen Betrag hast, weil ich meine, der Maximalbetrag, wo liegt der,
Hessi vierzigtausend Euro Familien äh zusammen. Es ist lächerlich niedrig, also entschuldige, lächerlich niedrig für.
Justus Bei der Frage, ich mich, was sind eigentlich eure Nachbarn? Die können nicht alle Raketenwissenschaftler sein.
Hessi Äh, wir haben ja auch noch IBM und Siemens und,
Hessi und Microsoft hier, also von dem her, da gibt es schon genug andere.
Justus Passt schon, ne. Okay. Oh Stefan, wo leben eigentlich deine Eltern inzwischen? Oder so Menschen wie du, wenn du Bankkaufmann geworden wärst.
Stefan Sie können sich das nicht mehr leisten unten, zum Teil, ne. Das ist schon hoch dramatisch.
Justus Haus in Dießen erben oder so, ne.
Stefan Ja, ohne Erben oder Lottogewinn kriegst du nichts mehr hin. Nein, wenn ihr mal anschaut, das ist schon Wahnsinn. Ja, das ist bei uns, da am am Dorf also.
Stefan Speckgürtel, auf fünfzig Kilometer von München weg ist ja schon, ne, korrigiere mich.
Stefan Unter achthundert, achthundertfünfzigtausend kriegst du da nichts mehr. Und wenn du so mieten hast, dann für so 'n nettes Häuschen bist du da mit zwei, zweieinhalbtausend locker dabei.
Stefan Und die sich das nicht leisten können, die müssen wir dann weggehen, deswegen.
Stefan Der Turnverein hat Probleme, seine Trainer zu akquirieren, und der Heimatverein hat Probleme, das ist schon irre. Das ist halt einfach dieses München-Ding, ne. So ein Siemensianer, der hat sich da sein Häuschen da in München irgendwie die letzten dreißig Jahre dann irgendwie.
Stefan Da zusammen irgendwie gearbeitet, ja. Und dann geht in Rente und dann schaut er sich und man merkt, da oben ein Häuschen ist zweieinhalb Millionen wert,
Stefan wenn er noch so ein freistehendes Ding in München hat. Und dann schaut er sich an, am Ammersee, eine Rente, da legt man sich ja super, dann kauft man ein Häuschen für eine Million, dann habe ich noch anderthalb Millionen auf dem Konto und dann,
Stefan habe ich noch schöne entspannte zwanzig Jahre vor mir.
Hessi Genau, das zweieinhalb Millionen Haus wird abgerissen und da kommt dann ein Achtspänner drauf und jeder einzelne davon wird für sechshundert bis achthunderttausend Euro verkauft. So ist es halt, ja, genau.
Stefan Schon irre. Aber was, also ich mein, bei uns, um das so zu komplettieren: Wir haben unseren Großen im ersten Schuljahr, die haben bis zehn vor eins Regelschule, haben wir den drin gelassen,
Stefan und jetzt einfach, weil weil es einfach zu heftig war auch für uns, es organisatorisch hinzukriegen, auch für mich, vor allem für meine Frau. Ich kann, für mich ist es halt so nicht,
Stefan morgens um acht aus dem Haus oder um sieben aus dem Haus mit dem.
Stefan Bringt zur Schule und komm dann um sechs nach Hause.
Stefan Und hab damit nicht viel am.
Stefan Vatertaxidienst gespielt und war ganz ganz furchtbar.
Stefan Und jetzt ist er im Ganztag, ist dann bis Viertel nach drei, aber auch nur Montag, Dienstag und Mittwoch, und Donnerstag, Freitag auch wieder bis zehn vor eins. Aber trotzdem ist es halt irgendwie so, dass dass ich irgendwie so.
Justus Das kriegt deine Frau hin, den abzuholen.
Stefan Ja gut, ist halt eben Lehrerin in Teilzeit, ne, die macht eine knappe halbe, knappe halbe Stelle,
Stefan aber es für sie hat natürlich ein Riesenstress, ne, vor allem wie gesagt es nachmittags Puffer hat jetzt ein bisschen, weil die Kinder im Kindergarten da auch bis vier bleiben können,
Stefan und wir auch jetzt froh sind, dass es gut geht. Aber trotzdem irgendwie erinnern wir uns beide nach unserer eigenen Schulzeit zurück und.
Stefan Ja, wir sind halt irgendwie, meine Frau um um fünf nach elf und ich habe um zwanzig nach elf ausgehabt,
Stefan in der ersten Klasse und weiß noch, wie ich platt nach Hause gekommen bin,
Stefan Aber da hat man das Glück gehabt, ne, das halt entweder da die Oma da, also ich bin immer zur Oma gegangen und hab dann da mein Essen gekriegt und konnte mich da dann irgendwie.
Stefan In den Nachmittag starten und meine Frau, da war halt eben ihre Mutter zuhause.
Stefan Aber wie gesagt, also wir haben da schon auch zum Teil schlechtes Gewissen unseren Kindern gegenüber. Ich meine, du hast es ja auch angesprochen, äh, oder oder hat sich das für euch jetzt so so erledigt, da seid jetzt alle wie ganz ganz ganz gut damit.
Hessi Ja, ich glaube, ich habe nicht wirklich das Wort, ich habe gerade gesagt, ich glaube, ich habe nicht wirklich das Wort schlechtes Gewissen erwähnt, oder ich hab's auch glaube ich nicht so rüberkommen lassen. Es fühlt sich komisch an.
Stefan Oder du hast als Rabeneltern hast du dich bezeichnet.
Hessi Ja genau, bestimmt. Ich habe,
Hessi man kann als Rabeneltern rüberkommen. Es fühlt sich definitiv komisch an, dass wir quasi so unser Leben einfach so weiterleben, in Anführungszeichen. Und die Kinder halt mitlaufen müssen. Also das fühlt sich schon doof an,
Hessi andererseits, was ist die Alternative? Und also Nummer eins, natürlich gibt es eine Alternative, aber,
Hessi was die Konsequenz davon wäre, dann, dass wir halt wirklich und so komplett auf diese Kinder umstellen, was ganz viele Auswirkungen auf unser Leben hätte, jetzt nicht nur finanziell, sondern auch anders. Und es ist für mich eigentlich der wichtige Punkt,
Hessi wenn ich mir meine Kinder anschaue, sehe ich.
Hessi Mag da was reinreflexieren, aber ich sehe, dass sie,
Hessi die Qualität der Zeit mehr schätzen als die Quantität der Zeit, ja. Und ich habe lieber,
Hessi ein gutes Wochenende, in dem ich ihn an, einiges mit den Kindern machen kann, ich wirklich auf die Kinder einstellen kann und sagen kann, lass uns da mal irgendwie einen,
Hessi Stundenblock, ein Sechs-Stunden-Block, was auch immer, was halt irgendwie gerade Sinn macht für die jeweilige Tätigkeit,
Hessi rausnehmen, als wir sitzen hier ständig aufeinander, ja, wir müssen uns ständig irgendeinen Schmarrn ausdenken und eigentlich sind alle immer so,
Hessi punktuell frustriert, weil ja die Kinder auch nicht grundsätzlich mit den Eltern können, ja, mag auch wieder speziell bei uns sein, aber,
Hessi man kann schon, man kann sich schon echt hochschaukeln, ja, wenn man die ganze Zeit aufeinander hockt, ja.
Hessi Da da finde ich's dann eher angenehmer, wenn das Kind mit anderen Kindern gut aufgehoben ist, die supergut gern mag, mit denen es supergerne Zeit verbringt und ich dann wirklich mir meine Zeit nehme und ich auch weiß, oder beziehungsweise das,
Hessi bekomme oder fühle,
Hessi dass das Kind auch gerne sich dann auf mich einstellt, weil ich halt auch nicht immer da bin. Und genauso auch meine Frau, ja, ich meine, es geht ja für uns beide, wir sind beide voll berufstätig, ja.
Stefan Ich finde das, was du gesagt hast mit dieser qualitativen gegenüber der quantitativen Zeit, absolut. Und ich meine,
Stefan das ist auch so was, wo ich denke, so unsere Zeit war so ein bisschen anders. Wir sind halt irgendwie dann danach irgendwie,
Stefan da waren auch viele Kinder unterwegs,
Stefan heutzutage findet es halt eben alles in diesem Schulkontext statt. Ob das irgendwie cool ist oder nicht, kann man vielleicht auch nochmal darüber diskutieren,
Stefan aber letztendlich ist es ja so, ne, die Leute, die Kinder sind da mit ihren Freunden zusammen, haben dann hoffentlich eine gute, oder wenn sie eine gute Zeit haben,
Stefan dann muss ich auch sagen, dass ich da mittlerweile auch irgendwann Frieden mit gefunden habe und irgendwie da eigentlich ganz ganz froh ist, bin, wenn es, wenn es einfach gut läuft.
Justus Ja, es ist letztlich das, was du bemerkst, wenn deine Kinder rausgehen und eigene Erfahrungen machen. Du kannst dir als Eltern erstmal nicht vorstellen, dass sie alleine zu irgendwas in der Lage sind. So wie, Hessi, du gesagt hast, du kennst die Kinder, seit
Justus seit sie null Tage alt sind und dann siehst du plötzlich, ja, sie machen Dinge, sie machen alleine, und ja, sie haben vielleicht sogar Spaß ganz alleine und ich finde es alles ganz toll und
Justus entdecken die Welt und brauchen dich da eigentlich gar nicht.
Justus Und ja, vielleicht muss man diese diese Frustration dann aushalten, ne, und ein ein Teil des schlechten Gewissens,
Justus wie du sagst, Stefan, was einen zuhause halten möchte, ist vielleicht nur das Gefühl,
Justus dass man eigentlich gebraucht werden möchte, obwohl man da, obwohl da gar nichts mehr ist, was gebraucht wird.
Stefan Oder nicht mehr so viel, es wird halt immer weniger, ne. Ja.
Justus Nicht mehr so viel, es wird weniger, es wird weniger.
Hessi Machst du ja schon ganz richtig, Stefan. Justus, du schaffst dir einfach noch ein weiteres Kind an, sodass du immer wieder gebraucht wirst. Ist doch super.
Justus Naja, mit dreien. Wobei ich mich
Justus jetzt auch freue, wenn die alle langsam größer werden, und den Zugewinn an Freiheit, den man dann wieder hat. Sei es mit der Frau einfach mal wieder so, wie wir's gestern gemacht,
Justus haben, ziemlich lange zwei Flaschen Wein zu trinken und über Gott und die Welt, die Politik und all das Leben zu reden. Das ist schön.
Justus Wenn halt ein Kind da ist, dann ist es die ganze Welt, und das ist auch gut so. Aber es ist auch gut so, dass man wieder aus, dann da rauskommt und sich wieder um andere Dinge kümmern kann.
Stefan Das passt auch gut zu dem Spiegelartikel, den ich vor ein paar Tagen gelesen habe, wo es hieß, die Eltern haben am meisten Freude mit ihren Kindern, wenn die aus dem Haus sind.
Hessi Das war, das war super. Da war irgendwie sogar die Überschrift, dass die, dass die glücklich,
Hessi Menschen und sind Eltern, aber erst dann, wenn sie aus dem Haus sind.
Stefan Genau, ja, genau.
Hessi Die Kombi fand ich großartig, und ich kann's leider so was von nachvollziehen.
Justus Verstehe ich sehr gut.
Hessi Es ist so dieses, das Ziel ist schon, man will Kinder haben, aber wenn sie dann da sind, denkst du dir, der Fuck, ja, und ich freu mich wirklich auf den Zeitpunkt, wo sie draußen sind.
Justus Und du bist dann halt nicht der alte frustrierte Arsch, der keine Kinder hat und alleine stirbt.
Hessi Genau.
Justus Da ist ja noch der Kevin und die Chantalle in Berlin.
Hessi Die dich zwar nie besuchen und du kannst immer darüber schimpfen, aber.
Stefan Ich freue mich auch, wenn meine Kollegin mal Kinder kriegt, weil man sagt, immer diese Entschuldigung mit den Kindern und sondern,
Stefan das kann kein Mensch verstehen, was was was dann Impact auf auf dem Leben hat, wenn die Kinder da sind, und ähm ja, auf die Vereinbarkeit von von vielen Sachen.
Stefan Aber das ist doch ein ganz schönes Schlussgespräch, was wir da gefunden haben,
Stefan ich glaube, wir können den Sack bei dem Schulthema zumachen, oder habt ihr noch irgendwas, was ihr auf dem Herzen habt.
Justus Ich glaube, wir sind umfassend gebildet nach diesem Podcast. Jeder, der diesen Podcast hört, muss nie wieder in die Schule gehen, sondern weiß alles.
Stefan Aber vorher, ganz zu machen, eine eins, eine einzige Sache, natürlich wollten wir eigentlich am Anfang machen, haben jetzt so ein bisschen äh beim Einstieg vergessen. Und zwar nochmal zu, Rückgriff auf unsere Urlaubsfolge, das liegt mir wirklich am Herzen, weil ich auch wirklich wissen, was da los war. Und zwar
Stefan haben wir ähm ja darüber gesprochen, dass unser Urlaub eigentlich,
Stefan wohnen, kein Urlaub war, sondern das Leben mit Familie an einem anderen Ort. Und Hessi hat vor ein paar Tagen,
Stefan am letzten Urlaubstag, meine ich, getwittert: irgendwie circa acht Kilometer im Pool geschwommen, fünf Bücher gelesen, zum ersten Mal seit Jahren ein Guthaben auf der Sleep Bank,
Stefan in AutoSleep, das ist so eine Schlaf-App auf der Uhr, zwei Wochen keine Socken getragen, das alles bei einem wunderbaren Ausblick. Ich erkläre den Urlaub für gewonnen. What the fuck, wie hast du deinen Urlaub gestaltet? Das will ich auch.
Hessi Ist eigentlich ganz einfach. Also nein, ist nicht. Ähm, wir haben ähm ein befreundetes Ehepaar mit Kindern im gleichen Alter.
Hessi Äh, wir haben uns vor zwei Jahren äh probehalber eine ähm, eine
Hessi Haus in der Toskana, er ist nicht in der Toskana, sondern in den Marken, gemietet. Aber so, wie man sich halt so ein toskanisches Landhaus mit einem
Hessi Pool davor vorstellt. Äh, haben äh jeden Tag
Hessi gut eingekauft, haben jeden Abend, jeden Nachmittag und jeden Abend gekocht und haben die Kinder Kinder sein lassen. Und einer ist am Pool gesessen und drei andere haben ähm Sachen gemacht.
Hessi Und es hat vor zwei Jahren mit Kindern, die damals zwei und vier und fünf waren, also vier Stück davon, gut funktioniert. Und das hat jetzt mit Kindern, die vier und sieben und acht waren, äh noch viel besser funktioniert. Ähm,
Hessi du hast halt einfach, die Kinder haben alle zusammen in einem Zimmer in einem anderen Stockwerk geschlafen, das heißt, sie waren
Hessi sowas von außen vor, die haben wir nicht gesehen von abends um zehn bis morgens um neun. Dann gab's Frühstück, dann sind die Kinder zum Pool gerannt oder sind sonst irgendwo rumgerannt. Du musstest die eh fünf Minuten lang am Frühstückstisch
Hessi überhaupt halten, bevor sie wieder weggerannt sind, weil sie wieder irgendwas Tolles gefunden haben, was sie tun wollen. Und äh, hast du da mittags gesehen, hast die abends gesehen.
Stefan Krass.
Hessi Und ja, ich weiß, dass wir da sehr glücklich sind, dass es ein wirklicher Glücksfall ist, dass wir die haben. Und ich glaube, den geht's genauso wie uns, weil normalerweise schaukeln sich Kinder so auf, dass sie nach zwanzig Minuten, dass du eingreifen musst.
Hessi Bei denen ist es so, diesmal war es nicht ganz so geil wie vor zwei Jahren, aber gut genug, dass wir tatsächlich eigentlich die Kinder sich quasi selbst.
Stefan Das heißt, da saß einer am Pool, hat geguckt, dass keiner absäuft, und ansonsten sind die da.
Hessi Genau, so ungefähr. Oder wir lassen,
Hessi teilweise alle am Pool natürlich, ja. Und trotzdem war es völlig unproblematisch. Was interessant wird tatsächlich, ist, es könnte, könnte noch ein Thema für eine Sendung werden. Wieder,
Hessi eine, die Jüngste von allen ist ein Mädchen, ja. Ansonsten drei Jungs. Das hat vor zwei Jahren überhaupt keine Rolle gespielt, und dieses Jahr zum ersten
Hessi Mal so ein bisschen. Das war, das wird glaube ich interessant. Also da bin ich, nächstes, übernächstes Jahr werden wir das nochmal wiederholen, werden was wir wohl tun werden, bin ich mal sehr gespannt.
Stefan Also wenn ihr zum Schluss kommt, dass da noch eine dritte Familie mit drei Kindern reinpassen würde, melde dich recht herzlich.
Justus Zwei Mädchen.
Justus Könnte das ausgleichen, so halbwegs. Du hast zwei Jungs, Stefan, ich, ich komme mit in die Toskana.
Stefan Ich habe ein Buch mitgenommen, hab kein einziges Wort gelesen aus diesem Buch. Naja, ja, hervorragend.
Hessi Du bist ja auch auf VW-Bus gefahren.
Stefan Freut mich für dich. Ja, wir hätten dich nochmal als gute Ergänzung für den Urlaubs-Podcast gebrauchen können, aber, aber da.
Hessi Ja, ich hatte auch viele Kommentare.
Stefan Aber das scheint ja alles, scheint alles gepasst zu haben, so der Ort, die andere Familie mit, mit Kindern irgendwie.
Hessi Ja, ja, also das ist ein Urlaub, den ich so äh empfehlen kann, aber natürlich auch sehr, sehr spezifisch und sehr anekdotisch. Da wird die, muss jeder variieren und.
Justus Okay, in diesem Sinne, macht's gut, ihr Lieben.
Hessi Kollegen, es war eine Freude. Vielen Dank für die Einladung.
Justus Das war der Daddies in Distress Podcast. Wenn euch gefällt, was wir machen, dann hinterlasst uns doch eine Bewertung bei iTunes. Euer Feedback ist die Motivation für uns, diesen Podcast zu machen,
Justus also wenn ihr euch noch nicht die Zeit genommen habt, dann,
Justus ein paar Sterne, oder schreibt sogar was. Euer Justus, Stefan.