DiD#009 Religion

 

Wie hältst Du´s mit der Religion? Das fragen sich die Daddies heute. Stefan und Justus ergründen dabei ihre eigne religiöse Vergangenheit und klären, ob man Kinder taufen lassen sollte oder lieber nicht. Zum Schluss geht es natürlich wieder um Autos…

Shownotes

– Mit dem Autozug in den Urlaub: Ab November mit der ÖBB.
https://www.oebb.at/de/angebote-ermaessigungen/nightjet-deutschland

– Das Marienmünster in Dießen
https://de.wikipedia.org/wiki/Marienmünster_Dießen

– Rites des Passaages: Taufe, Firmung und Co.
https://de.wikipedia.org/wiki/Übergangsritus

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4 Gedanken zu „DiD#009 Religion“

  1. Hallo,

    vorweg: toller Podcast. Ich bin erst kurz dabei, aber die Folge war ja wirklich lustig. Der katholische Atheist und der ungetaufte Jenseitsgläubige (;-); zum Thema Paradies kann ich das Buch “Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben?” empfehlen).

    Ausschlaggebend für diesen Kommentar ist aber v.a. das Thema “Werte in der Kirche”. Hierzu muss ich mich aber dann doch noch mal melden…
    Was in der längeren und kürzeren Kirchengeschichte lässt euch glauben, dass die Kirche irgendeine sinnvolle Autorität/Konstanz hinsichtlich Werte wäre? Mir fallen aus dem Stand zumindest genügend Beispiele dagegen ein:
    Hexenverbrennung (Inquisition), Judenhass (Luther), Rolle im zweiten Weltkrieg (Unterstützung Hitlers durch den Papst, teilw. Unterstützung in der ev. Kirche, Papst und Rattenlinien nach dem Krieg).

    Ganz Allgemein ist doch der Holocaust das Paradebeispiel dafür, wie wenig diese Werte dann am Ende sowohl in den Menschen als auch der Kirche als Organisation gelebt werden. Wieviel % der Deutschen war in den 30/40er-Jahren denn Christen? Nächstenliebe habe ich mir immer ohne Krieg oder Gaskammer vorgestellt…

    So eine Werteflexibilität ist aber auch nicht weiter überraschend: Habt ihr das ausschlaggebende, zugrundeliegende Dokument (Bibel) mal gelesen? Auf bibwiz.com sind die Widersprüche zu den essentiellen Werte-Fragen sehr gut zusammengefasst.
    In einem ist die Bibel übrigens sehr einig: Homosexuelle müssen/dürfen gelyncht werden und/oder kommen in die Hölle.

    Werte des Zusammenlebens lassen sich selbstverständlich auch sehr wohl ohne (christliche) Kirche vereinbaren… Die Philosophie beansprucht dieses Themenfeld bereits deutlich länger.

    Mich treiben die Zweifel in der Kindererziehung also weniger aus inhaltlicher Sicht, sondern viel mehr aus kultureller Sicht. Also bspw. die Frage: Wäre es schlimm, wenn meine Töchter nicht so simple Sachen wie Bedeutung der unterschiedlichen Feiertage kennen oder mal was vom Vater-Unser gehört haben. Kirche gehört aus meiner Sicht halt leider noch zum Alltag, erst irgendwann 2025 könnten die Deutschen ohne-Bekenntnis wohl die 50%-Marke knacken.

    Viele Grüße,

    Daniel

    1. Hey Daniel, Danke für Dein Lob und Dein Feedback! Das treibt uns an weiter zu machen.

      Zu dem, was Du schreibst. Natürlich hat die Institution Kirche viel Mist gebaut. Da gibt es gar nichts zu rütteln dran. Ich kann auch durchaus verstehen, dass man Hexenverbrennung etc. nicht verzeihen will und deswegen sagt: “Ihr seid ein Scheißverein, verpisst Euch”

      Was wir versucht haben deutlich zu machen ist, dass die Welt nicht besser würde, wenn man die Kirche, den Glauben von einem Tag auf den anderen abschafft. Kirche und Glauben sind eben soziale Systeme, in denen Werte aufgehoben werden. Wie ich im Cast auch schon gesagt habe, kann man z.B. Werte wie Menschenrechte nicht naturwissenschaftlich begründen oder beweisen. Dafür braucht man eine Prinzip, an das man glaubt und das universell ist. Wenn man das Gott nennt, dann glaube ich an diesen Gott.

      Das soziale System Glaube hilft so Werte wie Menschenwürde zu bewahren, ja ist sogar die Voraussetzung. Gerade das Beispiel Nationalsozialismus zeigt ja, dass die größten Verweigerer der Nationalsozialistischen Ideologie Katholiken waren. Auf protestantischer Seite gibt es die bekennende Kirche. Das Beispiel, das Du anbringst zeigt also eher davon, dass Glaube und Kirche Gegenpole zu fundamentalisischen politischen Ideologien sein können.

      All das macht den Mist, den die Kirche selbst in 2000 Jahren gebaut hat nicht besser. Aber aus philosophischer Perspektive, und das ist meine, ist Glaube und Kirche ein soziales System, das hilft.

      Bleib uns treu! Alles Gute mit Deinen Kindern und eine gute Adventszeit!

      Justus

  2. Hallo ihr beiden und auch die Mitleser hier.

    Auch ich habe eure Folge mit Spannung gehört und komme als ehemaliger Katholik und Ministrant zu einer ganz gegensätzlichen Einschätzung.
    Das mag auch daran liegen, das ich in der DDR groß geworden bin und da anders sozialisiert wurde.
    Ich kann eure Einschätzung der Kirche als Vermittler eines Wertesystems zustimmen – das sehe ich ähnlich. Genauso sehe ich aber auch die sozialistische Weltanschauung. Beides super Ideen, die aber an der Wirklichkeit bzw an den Menschen scheitert.

    Um die Christlichen Ideale wie “liebe deinen Nächsten” usw zu leben, bedarf es keiner Kirche (die ja noch viel mehr fordert und da dann eingrenzt), das kann man alles auch so leben – man muss es nur machen.

    Ich habe mir da auch sehr viele Gedanken gemacht, auch im Hinblick auf meine beiden Kinder. Auch was eine Christliche Erziehung angeht. Da bin ich vielmehr zu dem Schluss gekommen, wenn es einen Unterricht in Vorschule/Schule gibt – dann müssen da alle Glaubensrichtungen die gleiche Chance bekommen und ihren Glauben präsentieren dürfen. Mein Kinder sollen die Chance haben, selber zu entscheiden – diesen Glauben finde ich besser als wenn ich als Vater ihnen den Kath/Evang. “aufzwinge” und sie in Ihrer Entwicklung schon von vornherein einschränke. Und Eingeschränkt werden sie, wenn sie nur “einen Glauben” gelehrt bekommen.
    Diese beiden Religionen sind nur deshalb so groß, weil unsere Eltern uns als Kinder damit infiltriert haben und uns dieses System “aufgezwungen” haben. Aber macht es das dann richtiger als irgend eine andere Religion, die wir nicht kennengelernt haben? Genau diese Methode wenden doch Nazis mit ihren Kindern und ihren National Befreiten Zonen an. Diese Kinder haben gar nicht die Chance, aus diesem Zirkel auszubrechen – weil sie da nicht raus kommen und nur in eine Richtung beeinflusst werden.
    Wer das als Erwachsener für sich entscheidet, gut. Aber bitte nicht mit Kinder.

    Wie Daniel ganz oben schon geschrieben hat, muss man Kirche auch in diesen Zusammenhängen sehen wie Holocaust. Familienbild und Rolle der Frau (und das auch noch bis in die 60/70er Jahre). Das kann man auch auf jede andere Religion ausdehnen und bei denen sieht es nicht besser aus.

    Dann noch was Religion und Deutschland betrifft. Ihr hattet das ganz am Anfang gesagt das wen ihr euch entscheidet, eine der großen Kath/Evang weil sie hier beheimatet sind…
    Ist das nicht auch ein wenig eng gedacht? Nur weil die beiden Religionen die hier vorherigen vertrieben bzw beseitigt hat – muss sie doch nicht richtiger sein?

    Das Thema ist zu komplex, um es hier wirklich in Worte zu fassen. ggf müsst ihr mich dazu mal einladen 😉

    bis denne
    rebel

  3. Was für ein toller Podcast! Ich habe die letzten Tage bedingt durch eine Reise einige Ausgaben gehört und freue mich schon auf die nächste Folge.

    Was mich doch sehr wundert, ist dass ihr so sehr auf den Tesla-Hype steht, wo ihr doch sonst eher kritisch auftretet. Ich selbst würde auch sofort einen nehmen und bin durchaus von ausbleibenden Alternativen enttäuscht. Aber wenn man ein wenig abseits der Hipster-Seiten und dem Unsinn bei freakshows schaut, kommt man doch ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurück. Und dazu gehört etwa… http://www.zerohedge.com/news/2017-03-02/tesla-admits-it-still-hasnt-completed-model-3-beta-prototype . Das lässt das €1K Angebot in anderem Licht erscheinen.

    Ansonsten bitte weiter so.

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