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DiD#007 Krank

 

Wenn Kinder krank werden bricht alles zusammen. Stefan und Justus sprechen darüber wie sie durch die heimische Bazillenhölle kommen. Wie sie als Kinder Krankheit erlebt haben und warum Homöopathen, Impfgegner und AfD-Wähler alle gleich bekloppt sind!

Shownotes

  • Leisure Suit Larry 7: Yacht nach Liebe:
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5 Comments

  1. Sophie Sophie Oktober 29, 2016

    Erst mal vielen Dank für Euren Podcast…und herzlichen Glückwunsch: Ihr habt es geschafft, dass ich meinen ersten Kommentar überhaupt im Netz schreibe!

    Grundsätzlich bin ich Eurer Meinung zum Thema Kinderkrankheiten, Impfen, Postfaktische Gesellschaft etc. Trotzdem war mir Eure Darstellung in Teilen zu pauschal.

    Mir ist aufgestoßen, dass Ihr per se von DEN Homöopathen, von DEN Heilpraktikern, von DEN Hebammen gesprochen habt. Ihr schmeißt Homöopathen und AFD-Wähler in einen Topf. Mit solchen Pauschalisierungen reden AFD-Wähler auch von DEN Flüchtlingen, oder, gleich besser, DEN Terroristen, als eine fremde, gefährliche, homogene Gruppe, die es abzuwehren gilt. (Und jetzt sehe ich Justus provokant lächeln und sagen: (Ja, genau so sehe ich die Homöopathen auch“ 😉
    Natürlich sind das Berufsgruppen, die bestimmte Merkmale oder Schwerpunkte haben, aber nach der Gauß`schen Normalverteilung gibt es darin so viele Ausrichtungen wie es Heilpraktiker und Hebammen gibt – und das natürlich genauso in der Ärzteschaft. Sicher gibt es Heilpraktiker, die sich als Heiler bezeichnen, in die Glaskugel gucken und sich das teuer bezahlen lassen. Von diesen habt ihr geredet und damit alle gemeint. Dafür braucht man die Heilpraktikererlaubnis noch nicht mal und ein solches Angebot liegt sowieso mindestens in der rechtlichen Grauzone. Das ganze Gegenteil davon sind Einser-Abiturienten, die einen Medizin- oder Psychologie-Studienplatz bekommen und von dem Wort Empathie noch nie was gehört haben.

    Aus psychologischer Sicht geht es mir noch um etwas, was ihr nicht angesprochen bzw. schon angesprochen, aber abgetan habt: den Placebo-Effekt. Nehmen wir die Akupunktur. Sie ist nicht wissenschaftlich anerkannt. Es gibt aber klinische Studien (GERAC-Studien), die ihr die gleiche Wirksamkeit bescheinigen, wie eine Placebo-Behandlung, aber eine doppelt so gute wie konventionelle Behandlungen.
    Warum lassen sich so viele alternativmedizinisch behandeln? Es geht meiner Meinung nach um ein grundlegend menschliches Bedürfnis: das Gefühl, gesehen zu werden und Aufmerksamkeit, Ansprache, Anerkennung und Beachtung zu bekommen. Das braucht jeder Mensch, um zu gedeihen. Viele bekommen in der Kindheit, im Alltag, bei der Arbeit, in der Beziehung zu wenig davon und kompensieren es so, manchmal ihr Leben lang oder brauchen mehr in ganz besonderen Lebenslagen wie einer Schwangerschaft. Dafür hat unser Gesundheitswesen aber keine Kapazitäten! Insofern schließen die „Alternativen“ offensichtlich die Versorgungslücke zwischen Schulmedizin und Betüddeln.

    Justus, du sprichst von Hokuspokus, der nichts hilft. Diese Sicht negiert genau dieses Bedürfnis. Der Mensch besteht nicht nur aus Ratio. Der Geruch des Orangenöls z.B., das mir die Hebamme nach der Geburt meines Sohnes unter die Nase hielt, hat meinen Geist tatsächlich vitalisiert und wird in meinem Limbischen System für immer mit dieser Situation verbunden bleiben (und das ist wissenschaftlich zu beweisen). Hebammen und auch Heilpraktiker machen doch viel mehr als nur Kügelchen geben (manche machen es gar nicht). Das kam leider etwas kurz.

    Die Voraussetzungen für die Heilpraktikerprüfung sind tatsächlich mau und soweit ich gehört habe, sollen sie auch bald modifiziert werden, genauso die Berufsordnung. Ich habe die Heilpraktiker (Psychotherapie)-Prüfung in einem Berliner Gesundheitsamt vor der Amtsärztin bestanden. Dafür habe ich mich ein halbes Jahr vorbereitet, ich musste neurobiologische Grundlagen sowie alle Störungen nach der ICD-10 (verstehen) lernen und wissen, welche ich wie psychotherapeutisch behandeln darf (nachdem ich zusätzlich die passende Therapiemethode gelernt habe) und wo die Grenzen meines Tuns liegen. Natürlich ist das bei weitem nicht vergleichbar mit einem Medizinstudium; aber der Heilpraktiker hat ja auch nicht die gleichen Kompetenzen. Natürlich ist es fahrlässig, bei ernsthaften Beschwerden zum Heilpraktiker und nicht zum Mediziner zu gehen bzw. wenn der HP den Patienten in einem solchen Fall nicht zum Mediziner schickt.

    Jeder Mediziner, Heilpraktiker und jede Hebamme hat sich an seine berufliche Ethik und Sorgfaltspflicht zu halten. Wenn das alle täten wäre eine Kompetenzüberschreitung ausgeschlossen und ein ergänzendes Nebeneinander möglich, ohne dass irgendein Heilpraktiker eine „Gefahr für die Volksgesundheit“ (HPG, 17. 02. 1939) darstellen würde.

    • PapaJustus PapaJustus November 1, 2016

      Hi Sophie,

      Wenn Du unser Follow up zu dieser Folge in der #008 gehört hast, wirst Du einiges von dem, was Du schreibst sicher schon anders einordnen.

      Auf eine Sache möchte ich aber noch eingehen:
      Du schreibst, dass Akupunktur und der Duft von Orangenöl eine Wirkung haben. Das ist sicher richtig! Bei Akupunktur findet ja tatsächlich eine reale Interaktion mit dem Körper statt. Beim Einatmen von Orangenöl auch. Bei Homöopathie findet allerdings gar nichts statt. Denn Homöopathische Wirkstoffe sind bis zu einem Grad verdünnt, dass nicht aber auch gar nichts mehr von einem Wirkstoff übrig ist. In jedem Schluck Wasser aus dem Wasserhahn ist mehr Arnika als in Arnika D30 Präparaten. Wenn jemand behauptet, dass so etwas eine Wirkung hätte, dann ist und bleibt das m.E. Hokuspokus.
      Die Homöopathie ist also nur dort besser, wo es ohnehin sinnvoll wäre nichts zu tun. Weil sie ja nichts ist. Das Problem der Schulmedizin ist, dass sie oft blind aktionistisch etwas verschreibt, obwohl es ratsam wäre auf Selbstheilung zu setzen. Wenn man dann tatsächlich wirksame Medikamente mit allen Nebenwirkungen verschreibt, ist es eben oft schädlicher als Nichts zu tun.

      Wir schwingen unseren Hut!

  2. Romy, Bayern Romy, Bayern Oktober 6, 2016

    Nachtrag zu meinem Kommentar vom Vormittag: Dass wir uns richtig verstehen, ich bin Impfbeführworterin, aber leider habt ihr mit eueren verquirlten Aussagen, meiner Meinung nach, der Sache eher geschadet.
    Schade, denn das wäre auf jeden Fall die wichtigste Botschaft gewesen, dass gebildete Väter für’ s Impfen plädieren!

  3. Romy, Bayern Romy, Bayern Oktober 6, 2016

    Wow, Homöopathie und Afd in einem Topf.
    Hexenjagd auf Hebammen?
    Und wer nicht für mich ist, ist gegen mich. (Kein demokratischer Ansatz)

    • PapaJustus PapaJustus Oktober 6, 2016

      Wo bitte siehst Du eine “Hexenjagd” auf Hebammen? Diese Frauen machen einen sehr guten und wichtigen Job. Was ich kritisiere ist, dass Firmen wie Weleda ihre berufliche Situation ausnutzen, um ihnen Hokuspokus anzudrehen. Und leider tragen Hebammen diesen Homöopathie-Unsinn dann an werdende Eltern weiter. Bitte höre zu, was wir sagen. Dann kritisieren.
      Gleiches gilt für Homöpathie und das Phänomen AfD. Ich behaupte nicht, dass beidem die gleiche politische Einstellung zu Grunde liegt. Aber beide teilen eine Skepsis gegen dem vermeintlichem Establishment. Die einen gegen die etablierte Politik. Die anderen gegen die Schulmedizin.

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